Nationalisten wollen osmanisches Großreich gründen - Zentrale sitzt in Frankfurt

Rechte Türken ködern Jugend

Demonstrant in Frankfurt: Mit einem Stirnband der türkisch-nationalistischen „Grauen Wölfe“ geht dieser Mann auf die Straße.

Wetzlar. Die türkisch-nationalistischen „Grauen Wölfe“ haben nicht nur das mittelhessische Wetzlar aufgeschreckt. Aber vor allem dort macht ein Bündnis gegen sie mobil - auch, damit Jugendliche nicht mit ihnen heulen.

Nicht nur Nationalsozialisten sind auf der Suche nach Nachwuchs, auch die „Grauen Wölfe“ sorgen für die Zukunft vor. Diese türkisch-nationalistische Bewegung ist nach Expertenansicht für bestimmte Jugendliche mit Migrationshintergrund anziehend, weil sie dort - anders als sonst - anerkannt werden.

Sorgen macht sich auch eine Bürgerinitiative in Wetzlar, wo die „Wölfe“ aktiv sein sollen. Das „Bündnis gegen Nazis“ hat deshalb eine Unterschriften- und Aufklärungskampagne ins Leben gerufen. Es sei wichtig zu informieren. Die „Grauen Wölfe“ seien bislang als Problem nicht wahrgenommen worden, sagt Ernst Richter, Bündnis-Mitglied und DGB-Vorsitzender in Mittelhessen.

Nach Angaben des Marburger Jugend- und Extremismusforschers Benno Hafeneger wollen die „Wölfe“ insbesondere junge Männer ansprechen. In Deutschland machten sie sich dabei auch die besondere Situation von Migranten zunutze: „Sie bieten bestimmten Jugendlichen, die auf der Suche nach Identität und Integration sind, Orientierung.“ Gelockt würden sie mit Freizeitangeboten wie Musik- oder Folklorefesten. Das sei ähnlich wie bei anderen rechten Gruppen. Es seien aber keine Massen, die so zu „Wölfen“ würden.

Die „Grauen Wölfe“ sind Anhänger der extrem nationalistischen ADÜTDF. Diese „Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Deutschland“ mit Sitz in Frankfurt ist dem hessischen Landesamt für Verfassungsschutz zufolge ein „Sammelbecken“ für Anhänger der türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung MHP (Milliyetci Hareket Partisi). Diese hat sich die Gründung eines osmanischen Großreichs zum Ziel gesetzt. (dpa) Foto: dpa

Quelle: HNA

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