Regionalversammlung: Mehr Windkraft für Nordhessen

Kassel. Die Windkraft in Nordhessen soll deutlich ausgeweitet werde. Das hat am Montag die Regionalversammlung in Reaktion auf eine Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) einstimmig beschlossen. Neue Flächen für Windräder sollen ausgewiesen werden.

Auf vorhandenen Arealen soll die Stromleistung wachsen. Das würde den Bau größerer und höherer Windräder bedeuten.

Nach dem Beschluss muss nun der Regionalplan in Sachen Windkraft geändert werden. Das dauert. Bevor die neue Regionalversammlung nach der Kommunalwahl vom März - mit vielleicht neuen Mehrheiten - sich im Herbst konstituiert, passiert zunächst so gut wie nichts.

aktualisiert um 15.10 Uhr

Ein neuer Regionalplan mit mehr Gewicht auf Windkraftnutzung könnte so frühestens im Sommer 2012 offengelegt werden. Neue Windräder können bis dahin dennoch beantragt werden - auch außerhalb bisher ausgewiesener Flächen. Die Anträge werden dann beim RP nach dem Immissionsschutzgesetz geprüft. Beachtet werden müssen geltende Bebauuungspläne, Abstände zur Wohnbebauung, Regeln zum Schattenwurf und zur Errichtung in Naturschutzgebieten.

Die Windkraftnutzung in Nordhessen musste nach einer Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes (VGH) vom März (wir berichteten) neu geregelt werden. Der VGH hatte dicke Fragezeichen hinter die im Regionalplan für Windräder vorgesehenen Flächen gesetzt: Wie und aus welchen Gründen die Regionalversamlung 10 700 mögliche Hektar auf schließlich 1213 Hektar reduziert habe, bleibe letzlich rätselhaft. Diese 1213 Hektar sind 0,3 Prozent der Fläche in Nordhessen. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke sagte, man habe in der Vergangenheit die Flächen für Windräder schon deutlich ausgeweitet. Trotzdem müssen man nach dem Urteil nun „nachbessern“. (tho)

Hintergrund:

Hessen ist besser geworden als 2008 - aber nur um einen Platz. Und liegt damit im Vergleich der Bundesländer, was erneuerbare Energien angeht, auf Rang 14. Schlechter sind nur noch Hamburg, das Saarland und Berlin. Das wenig schmeichelhafte Ergebnis findet sich im Ranking 2010 der Agentur für erneuerbare Energien.

Das Lobbyinstitut der Branche sieht Hessen vor allem bei der Stromerzeugung aus Windenergie und Biomasse schwächeln. Als „sehr schlecht“ beurteilen die Verbände „Hessens Landespolitik für die Nutzung erneuerbarer Energien insgesamt“. Pluspunkte kann Hessen bei Nutzung und Ausbau von Holzpelletanlagen und Solarthermie sammeln, außerdem bei der Versorgung landeseigener Gebäude mit Ökostrom, Holzheizungen oder Solaranlagen.

Quelle: HNA

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