Neun Strecken weniger ab Hahn - Iren sauer auf Berlin wegen Luftverkehrsabgabe

Ryanair dünnt Netz aus

Diese Ziele sind bald nicht mehr vom Flughafen Frankfurt Hahn erreichbar: 1. Santiago de Compostela, Spanien (Das Foto zeigt die Kathedrale). 2. Danzig , Polen (Patritzierhäuser am Langmarkt). 3. Sevilla, Spanien (Stierkampfarena). 4.Göteborg, Schweden (Schwedenfähre). 5. Berlin (Brandenburger Tor erleuchtet). 6. Prag, Tschechien (Prager Burg mit Karlsbrücke im Vordergrund). 7. Klagenfurt, Österreich (Landhaus, der Sitz des Kärntner Landtages). 8. Breslau, Polen (Dominsel). 9. Agadir, Marokko (Kamel am Atlantikstrand). Fotos:dpa/ Montage: HNA

Frankfurt. Schlechte Nachrichten für Billigflieger-Kunden: Die irische Fluggesellschaft Ryanair will auf ihrer wichtigsten Basis Hahn im Hunsrück neun Strecken streichen. Hintergrund ist die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrssteuer, die ab 1. Januar 2011 nach Entfernung gestaffelt erhoben werden soll. Auf Ryanair-Strecken sind das in der Regel acht Euro.

Ryanair-Geschäftsführer Michael Cawley betonte gestern in Frankfurt, die Streichungen richteten sich auf keinen Fall gegen den Flughafen Hahn, der zu 72,5 Prozent im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz ist und auf dem die Iren derzeit elf Flugzeuge stationiert haben. Drei sollen abgezogen werden. „Wir wollen nicht die Geldeinsammler für die deutsche Regierung sein“, sagte Cawley. Für sein Unternehmen zähle allein, dass die Nachfrage umso größer sei je billiger der Preis. Acht Euro seien fast ein Viertel des Durchschnittspreises bei Ryanair inHöhe von 35 Euro. Die Pläne der Regierung seien auch für den Staats selbst kontraproduktiv, behauptete Cawley und verwies auf ähnliche Erfahrungen in Irland und Großbritannien. Holland habe die Steuer rückgängig gemacht.

Doppelbesteuerung für Berlin

Laut Cawley streicht Ryanair zunächst die Strecken mit geringerer Auslastung, nämlich nach Agadir, Breslau, Danzig, Göteborg, Santiago di Compostela, Klagenfurt, Sevilla und Prag ab Sommerflugplan 2011. Bereits im Januar wird die Strecke nach Berlin-Schönefeld stillgelegt. Sie sei zwar bestens ausgelastet, doch fielen die Steuern bei innerdeutschen Strecken für Hin- und Rückflug an. Die Zahl der Starts auf dem Hahn sinkt damit von wöchentlich 532 auf 382 Flüge. Cawley rechnet mit einem Minus von einer Million Passagieren, derzeit sind es knapp vier Millionen, die im Hunsrück abheben. Er rechnet mit Auswirkungen auf rund 1000 Arbeitsplätze rund um den Flughafen.

Dort gibt man sich noch gelassen. Der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Pollety sagte, man sei auf die Situation vorbereitet. Stärkster Wachstumsmotor sei derzeit die Fracht als zweites Standbein des Flughafens. Pollety: „Wir werden keine Mitarbeiter entlassen.“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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