Bei der Frankfurter Oberbürgermeister-Wahl gibt es auch illustre Kandidaten

Satiriker will in den Römer

Wollen Oberbürgermeister in Frankfurt werden: Berufsfeuerwehrmann Harald Frenzel, Satiriker Oliver Maria Schmitt und Diplom-Ingenieur Jean-Jules Tatchouop (von links). Allerdings sind ihre Aussichten, die Wahl zu gewinnen, äußerst gering. Fotos: dpa

Frankfurt. Oliver Maria Schmitt nutzte eine Podiumsdiskussion der fünf chancenreicheren Frankfurter OB-Kandidaten, um noch vor dem Veranstalter ans Mikrofon zu treten und seine satirischen Wahlplakate hochzuhalten.

Der Ex-„Titanic“-Chefredakteur ist der Satiriker unter den Außenseitern, die am kommenden Sonntag zur OB-Wahl in Frankfurt antreten. Der 45-Jährige („Die Partei“) schlägt einen Höhenflughafen Frankfurt Taunus vor, die Eingemeindung Offenbachs und ein Nachtfahrgebot für Busse und Bahnen. Dem aussichtsreichsten OB-Kandidaten, Innenminister Boris Rhein (CDU), sieht Schmitt ziemlich ähnlich - „ein biologischer Nachteil“, wie er findet. Sein Motto sei schließlich „Rhein in den Main, Schmitt in den Römer“.

Auch Carl-Maria Schulte (58), der seinen Beruf als „Kulturschaffender“ angibt, gehört zu den Außenseitern. Er versucht es bereits zum dritten Mal. „Lassen Sie uns die Zukunft Frankfurts, die uns so sehr am Herzen liegt, als ein Gesamtkunstwerk verstehen“, antwortet er bei den Wahlprüfsteinen der Kammern und nennt eine „werteorientierte Stadtpolitik“ und mehr „Bürgerpartizipation“ als seine Ziele. Das ist auch das Credo von Jean-Jules Tatchouop (63), der für die Deutsch-Kamerunische Gesellschaft zur Förderung Solartechnischer Einrichtungen und Spirituelle Selbstheilung wirbt. Auch der Diplom-Ingenieur hatte 2007 schon einmal für den OB-Posten kandidieren wollen, allerdings schaffte auch er es nicht.

Harald Frenzel aus Fränkisch-Crumbach ist der dritte parteilose Einzelbewerber. Im Frankfurter OB-Wahlkampf hat sich der 50 Jahre alte Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr bislang rargemacht. Seine Perspektive für 2018? „Elektro-Mobilität und Fahrschulausbildung in den Regelschulen.“ Bei hohen Beamten will er Posten einsparen und mit dem Geld die Schulden der fünftgrößten Stadt Deutschlands abbauen.

Ursula Fechter kämpft dagegen seit 14 Jahren gegen den Ausbau des Flughafens. Beobachter schätzten die Chancen der 66 Jahre alten Steuerberaterin, in die Stichwahl zu kommen, trotz der inzwischen hochgekochten Proteste aber als gering ein. Die Stilllegung der neuen Landebahn fordern inzwischen auch die Kandidatinnen der Grünen und der Linken, Rosemarie Heilig und Janine Wissler. Und die aus einer Bürgerinitiative hervorgegangene Wählergemeinschaft der Flughafenausbaugegner (FAG), die Fechter nominiert hat, ist zudem nicht mehr im Stadtparlament vertreten. Ihr zentrales Thema allerdings, für das die 66-Jährige mit ihrem politischen Engagement steht, spielt im Wahlkampf die Hauptrolle. (lhe)

Von Ira Schaible

Quelle: HNA

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