Polizei sucht Videos und Zeugen - Hotline geschaltet

Schlägereinsatz mit Verletzten in Gießen: Sprengten Rocker Studentenfest?

Gießen. Ein Haus, fünf Wohngemeinschaften, wie jedes Jahr ein sommerliches Studentenfest mit angeblich bis zu 1000 Gästen, das mitten in der Nacht von einem Schlägertrupp überfallen wird.

Was am Wochenende in Gießen mit wilder Flucht und nach Polizeiberichten 15 Verletzten endete, beschäftigt Fahnder und Staatsanwälte weiter. Nach der Vernehmung dutzender Beteiligter sucht die Gießener Polizei Videos oder Bilder des Überfalls. Außerdem weitere Zeugen: Sogar eine Hotline wurde geschaltet.

Klar ist laut Polizei: In der Nacht zum Sonntag meldete sich kurz nach eins die Verwalterin des Mehrfamilienhauses in Gießens Weststadt per Notruf. Die Frau wohnt selbst nicht dort, bat die Polizei aber, das Fest mit mehreren Streifen zu beenden. Schließlich hätten die 28 Bewohner der fünf WGs seit zwei Jahren Partyverbot.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. 16 Minuten nach dem ersten Notruf ein zweiter: Mehrere Schläger seien aufgetaucht, die würden die Partygäste verprügeln. Die Polizei schickte alles hin, was sie an Streifenwagen hatte. Hunderte drängelten sich auf der Straße vor dem Haus, auch Rettungswagen waren schon vor Ort. In der „Gießener Allgemeinen“ räumte die Verwalterin ein, mit mehreren Männern angerückt zu sein, da ihre Anrufe bei der Polizei erfolglos geblieben seien. Geschlagen hätten die Begleiter aber niemanden.

Das sahen Gastgeber der Studentenparty ganz anders: Die Helfer der Verwalterin - nach deren Aussagen ihr Mann und fünf Freunde - seien mit Schlagringen und -stöcken auf die jungen Frauen und Männer losgegangen, hätten etliche die Treppe hinuntergeworfen und seien auch in die Wohnungen eingedrungen, sagten sie dem Lokalblatt. Alles sei auf die Straße geflüchtet, „alle haben geheult“.

Partygäste äußerten im gleichen Blatt den Verdacht, das Räumkommando könnte der Rockerbande Hells Angels angehören: Die Schläger hätten Kleidung mit Hells-Angels-Symbolen getragen. Ein gelber Lamborghini, mit dem sie vorfuhren, habe die Nummer 8181 gehabt, berichtete hr-online. Laut Szenekennern ein beliebtes Kennzeichen in der kriminellen Vereinigung: Die Acht und die Eins stünden für den achten und ersten Buchstaben im Alphabet – die Hells-Angels-Initialen.

Solche und weitere Spekulationen, wonach die in Frankfurt verbotenen Rocker nun in Mittel- und Nordhessen ein Unterstützernetz aufziehen, wollte die Polizei auf Anfrage auch Freitag nicht kommentieren.

Von Wolfgang Riek

Quelle: HNA

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