Schwarz-Grün steht: Hessen als Pionier - ein Kommentar

Die Sensation ist perfekt: CDU und Grüne haben sich in Hessen auf einen Koalitionsvertrag verständigt. Ein Zwischenruf von HNA-Redakteur Ullrich Riedler.

Ullrich Riedler

Nun ist es vollbracht: CDU und Grüne werden in Hessen eine Koalition bilden. Bemerkenswert in mehrfacher Hinsicht. Denn beide Landesverbände, die zu den lupenreinsten und in ihrer programmatischen Linie konsequentesten in Deutschland zählen, waren bislang eher durch herzliche Abneigung einander zugetan.

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Zu verdanken ist das vor allem der flexiblen Geschmeidigkeit und Undogmatik von Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir. Hessen wird somit wieder zum politischen Versuchslabor in Deutschland. Nach Rot-Grün mit dem Turnschuhminister Joschka Fischer unter Holger Börner wagen Bouffier und Al-Wazir das Tänzchen. Gut so!

Denn die bislang verkrustetenParteienoptionen bei den Koalitionsmöglichkeiten brechen dadurch auf. Ohnehin verbinden Konservative und Ökos nicht unwesentliche Werte. Dass dazu auch solides Haushalten und strikter Sparkurs zählen sollte, dürfte im hochverschuldeten Hessen wesentlich sein.

Und wenn diese Vernunftverbindung in einem Flächenland klappt, dann dürfte es zu einer solchen Koalition auf absehbare Zeit auch auf Bundesebene nicht mehr weit sein. Insofern leisten Schwarz und Grün in Hessen also auch echte Pionierarbeit.

Quelle: HNA

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