Tagung in Hofgeismar

Kurhessen-Waldeck: Evangelische Kirchen öffnen sich für gleichgeschlechtliche Ehen

Glücklich verheiratet: Dorle und Claudia Göttler gehörten 2005 zu den ersten Lesben in Deutschland, die ihre Lebenspartnerschaft beim Standesamt eintragen ließen. Foto: dpa

Hofgeismar. Gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, können künftig in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in einem Gottesdienst öffentlich gesegnet werden. Voraussetzung: Mindestens eine der Personen muss evangelisch sein.

Mit breiter Mehrheit folgte die Landessynode während ihrer Tagung am Mittwoch in Hofgeismar einem entsprechenden Beschlussvorschlag des Rates. Pfarrer, die die Segnung nicht vollziehen wollen, können die Aufgabe an einen anderen Geistlichen delegieren. Der Rat der Landeskirche wurde beauftragt, geeignete Materialien für den Gottesdienst zu entwickeln. Bereits 2003 hatte die Landessynode beschlossen, dass Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gesegnet werden können. Dies geschah bisher jedoch im Rahmen der Seelsorge und nicht in einem öffentlichen Gottesdienst.

Kooperation mit Südhessen

Am heutigen Donnerstag werden sich die Synodalen unter anderem mit der angestrebten Kooperation mit der Kirche von Hessen und Nassau befassen. Nach der Vorlage einer Zwischenbilanz geht es darum, einen Vertragsentwurf zu erarbeiten, um identische Beschlüsse für beide Landeskirchen zu formulieren.

Bei der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) haben die Kirchen-Parlamentarier unterdessen in Frankfurt ihren Unmut über die jüngste Reformdebatte deutlich gemacht und die zuständige Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten aus dem Amt gewählt. Die Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch, seit Februar 2005 für Reformen und Strukturen verantwortlich, muss ihren Posten im Januar 2013 räumen.

Nach Angaben der Kirchenleitung ist eine derartige Abwahl höchst selten. Kopsch ist unter anderem zuständig für die umstrittene Zukunftsplanung „Perspektive 2025“. In diesem Zusammenhang waren in den vergangenen Jahren auch Sparvorschläge unter anderem zur Seelsorge in Krankenhäusern, Altersheimen und Hospizen, zur Zahl der Tagungshäuser und zur Frauenarbeit debattiert worden.

Von Peter Kilian

Quelle: HNA

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