Geschäftsstelle nach langjährigem Chef benannt

Hessen-CDU setzt Dregger ein Denkmal

Namensgeber für die Landesgeschäftsstelle der CDU: Alfred Dregger. Foto: dpa

Wiesbaden. Hessens designierter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat am Freitagmittag Gerüchte dementiert, er habe seine Regierungsmannschaft bereits zusammengestellt.

Bouffier sagte am Rande der Namensgebung der CDU-Landesgeschäftsstelle - sie heißt nun Alfred-Dregger-Haus - wörtlich zu dem Gerücht: „Ich kann Ihnen ehrenwörtlich versichern, dass dies nicht der Fall ist.“

Seine derzeitige Gemütslage bei der Kabinettsbildung hatte der CDU-Landesvorsitzende Bouffier zuvor möglicherweise unfreiwillig geschildert: Mit der Heraushebung eines Menschen - in diesem Fall war Dregger gemeint - sei immer die Gefahr verbunden, „dass sich andere herabgesetzt fühlen“. Die Namensgebung erfolgte aufgrund des Beschlusses beim Landesparteitag 2007 auf Antrag der Jungen Union.

Damit soll der langjährige Vorsitzende der Landespartei, Alfred Dregger, als einer der bedeutendsten Landes-, aber auch Bundespolitiker der CDU gewürdigt werden. Dregger, der in Fulda zu Hause war, starb am 29. Juni 2002 im Alter von 81 Jahren. Seine Ehefrau Dagmar enthüllte die Namenstafel gemeinsam mit Bouffier.

Dregger war in den Fünfzigern in Fulda zum jüngsten Oberbürgermeister Deutschlands gewählt worden. 1967 wurde er Landesvorsitzender der CDU und betrieb maßgeblich den Aufstieg der Partei aus der Diaspora. Dennoch sollte es Jahrzehnte dauern, bis mit Walter Wallmann 1987 für nur eine Legislaturperiode ein Christdemokrat Ministerpräsident wurde - Dregger selbst hatte es viermal vergeblich versucht.

1972 war der in Münster geborene Vater von drei Töchtern in den Bundestag gewählt worden, von 1982 bis 1991 war er Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Bouffier bezeichnete den als konservativer Hardliner geltenden Dregger als „selbstbewusst mit klaren Grundsätzen“, der „in langen Linien gedacht habe“.

Die Grünen meinten, die Namensgebung sei eine Streicheleinheit Bouffiers für den konservativen Flügel, die SPD erinnerte an die einstige Finanzierung der Geschäftsstelle mit CDU-Schwarzgeld. Mit entsprechenden Transparenten trat vor dem Haus eine Abordnung der Linken auf.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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