Spargelernte viel geringer als im Vorjahr, längere Saison möglich

Weiterstadt. Nach verspätetem Saisonstart ist bislang weitaus weniger Spargel geerntet worden als im Jahr zuvor. Möglicherweise werden einige Bauern die Erntezeit über den 24. Juni hinaus verlängern - doch das könnte negative Folgen für die Qualität im nächsten Jahr haben.

Die hessischen Bauern haben bislang rund ein Viertel weniger Spargel geerntet als im Vorjahr. Das hängt mit dem langen und kalten Winter zusammen, wie Rolf Meinhardt, der Vorsitzende des südhessischen Spargelverbands, der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Die Bauern starteten zwei Wochen später als üblich in die Saison. Jetzt könne der Spargel allerdings gut sprießen: „Mit deutlich über zehn Grad ist das Wetter gerade günstig“, erläutert Bernd Weber vom Hessischen Bauernverband. Wie das Spargeljahr 2013 wird, hänge daher jetzt vor allem vom Wetter bis zum 24. Juni ab. An diesem Tag endet traditionellerweise die Spargelsaison.

Um die Ernteausfälle auszugleichen, sei es auch denkbar, dass einige Bauern die Saison über diesen Stichtag hinaus um fünf bis sechs Tage verlängerten, sagte Meinhardt. Mehr sei nicht möglich, da die Arbeitsverträge und Visa der Erntehelfer oft nur bis Ende Juni liefen. Bernd Weber vom Bauernverband warnte zudem davor, dass eine zu lange Ernte die Qualität des Gemüses in der nächsten Saison verschlechtere: „Der Spargel wird nicht die Triebkraft haben, um 2014 gut zu wachsen. Solche Bauern schneiden sich ins eigene Fleisch.“

Absatzprobleme hätten die Bauern bisher nicht: Die lange Wartezeit habe den Spargelfreunden mehr Lust auf das königliche Gemüse gemacht, sagt Meinhardt. Außerdem stünden im Mai viele Anlässe an, zu denen traditionell Spargel serviert werde. An eine Prognose für das laufende Jahr wagen sich die Experten nur zögerlich. Weber geht davon aus, dass die Erntemenge 2013 zwischen der der beiden Vorjahre liegen wird. 2011 wurden in Hessen seinen Angaben zufolge 11.300 Tonnen Spargel geerntet, 2012 wegen eines Kälteeinbruchs nach Erntebeginn nur 9600 Tonnen.

Michael Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft nimmt letzteren Wert als Maßstab: „Wir können in die Richtung kommen, wenn das Wetter hält.“ Der späte Start werde sich in der Erntemenge bemerkbar machen. (dpa)

Quelle: HNA

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