Gesetzesentwurf sieht Sachkundenachweis, Chip- und Versicherungspflicht vor – Rasseliste soll wegfallen

SPD: Examen für Hundehalter

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Vielleicht hilft ja ein Dackelblick: Laut Gesetzesentwurf der SPD sollen in Hessen alle künftigen Hundebesitzer einen Sachkundenachweis erbringen.

Wiesbaden. Die Fraktionen im Hessischen Landtag sind sich einig: Es geht darum, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und Beißunfälle mit Hunden zu vermeiden.

Diese Ziele sollen durch einen neuen Gesetzesentwurf der SPD erreicht werden. Die Sozialdemokraten haben einen Entwurf vorgelegt, wie er im Nachbarland Niedersachsen bereits seit gut einem Jahr in Kraft ist und drei zentrale Säulen hat:

• Sachkundenachweis: Hundehalter, die bisher kein Tier hatten, müssen einen sogenannten Hundeführerschein erbringen. Bisher mussten Halter erst zu einem solchen Test, wenn ihr Hund bereits auffällig geworden ist.

• Chipflicht: Jeder Hund – egal welcher Rasse – muss gechipt werden. Der Chip enthält Angaben zum Halter und zum Tier.

• Versicherungspflicht: Die Halter müssen eine Haftpflichtversicherung für Tiere abschließen. So soll verhindert werden, dass Beiß-Opfer auf ihren Kosten sitzen bleiben. Dafür könnte die umstrittene Liste gefährlicher Hunderassen wegfallen.

Doch auch wenn einige Vorschläge zwischen den Fraktionen mehrheitsfähig zu sein scheinen, melden sich zahlreiche Kritiker zu Wort. Politiker der regierenden schwarz-gelben Koalition warnen davor, den Hundehaltern vorschnell zusätzliche Pflichten aufzubürden. Hingegen fällt der Vorschlag zu einer Haftpflichtversicherung bei Union und FDP auf fruchtbaren Boden.

„Eine Rasseliste ist absolut unsinnig“, betont demgegenüber Hansjoachim Hackbart von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. „Die meisten Hunde, die beißen, sind Mischlingshunde, die auf keiner Liste stehen.“ Daher kritisierte er die vorgeschlagene Regelung, wonach langjährige Hundehalter den Führerschein nicht mehr ablegen müssen. „Sie sind aber nicht unbedingt sachkundig“, sagt er.

Die kommunalen Spitzenverbände warnen indes vor steigenden Kosten durch die neuen Regeln für Städte und Gemeinden. Denn anders als bisher müssten die Kommunen den Besitzern ihre Hunde entziehen und im Tierheim unterbringen, wenn keine Haftpflichtversicherung besteht oder die Halter die Sachkundeprüfung nicht bestanden haben. Da nur wenige der Hunde vermittelbar seien, blieben die Kosten an Städten und Gemeinden hängen, sagt Anita Oegel vom Hessischen Städtetag. (rbe/dpa)

Quelle: HNA

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