Staatsanwaltschaft: Bahn trägt keine Schuld an ICE-Unglück bei Fulda

ICE-Unfall im Landrückentunnel, 2008 (dpa)

Fulda. Die Deutsche Bahn trägt keine Schuld an dem schweren ICE-Unglück vor mehr als zwei Jahren in der Nähe von Fulda. Zu diesem Ergebnis kommt die Staatsanwaltschaft Fulda und stellte die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ein.

Wie die Behörde am Montag mitteilte, könne der Bahn kein „pflichtwidriges Verhalten“ zur Last gelegt werden.

Bei dem Unfall am 26. April 2008 waren 73 der 145 Fahrgäste verletzt worden, als der Zug am Landrückentunnel mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde in eine Schafherde raste und teilweise entgleiste. Die meisten Passagiere kamen glimpflich davon und zogen sich vorwiegend Stauchungen und Prellungen zu, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Auch der Besitzer der Tiere muss mit keinen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn war bereits im Februar 2009 eingestellt worden.

Trotz langer Ermittlungen bleibt die genaue Unfallursache an Deutschlands längstem Eisenbahntunnel im Dunkeln. Sie könne „nach einer unfalltechnischen Simulation nicht eindeutig geklärt werden“, schrieb die Behörde in einer Mitteilung und bezog sich auf Nachforschungen der Polizei und einem Bericht der Eisenbahn-Untersuchungsstelle des Bundes von Mitte Mai. Gut möglich sei, dass die Schafe den Zug zum Entgleisen gebracht hätten. Ein anderweitiges Fremdverschulden könne ausgeschlossen werden. (lhe)

Quelle: HNA

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