Hessens Städte und Gemeinden zahlen für gefährliche Hunde in Tierheimen

Steuerzahler finanzieren Kampfhunde

Verweildauer ungewiss, Kosten trägt der Steuerzahler: Kampfhunde finden nur schwer ein neues Zuhause. Foto: dpa

Kassel. Der Schwarze Russische Terrier ist ein Neuzugang in der Hundepension Niedermeiser. Weil er einen 88-Jährigen mit einem Biss in die Hand schwer verletzt hatte, gilt er laut Hundeordnung als gefährlich und muss vorerst in der Pension bleiben. Die Kosten für die Unterkunft zahlt der Halter. Ein Idealfall, denn nicht immer ist bei einem Hundehalter etwas zu holen. Kann er nicht zahlen, bleiben Stadt oder Gemeinde auf den Kosten sitzen. Im Schnitt kommen pro Jahr fünfstellige Beträge in hessischen Städten zusammen.

Für Hunde, die das Ordnungsamt sicherstellt, zahlt also indirekt auch Otto Normalverbraucher durch seine Steuerabgaben. Zu Ende gedacht, zahlen unter Umständen sogar jene Menschen für den Verbleib der Kampfhunde, die von ihnen gebissen wurden. Anders als ihre unkomplizierten Artgenossen bleiben gefährliche Hunde oft über Jahre oder bis an ihr Lebensende im Tierheim, weil sie schwer vermittelbar sind.

Die Anforderungen an den neuen Halter sind hoch. Zudem unterscheiden sie sich erheblich. Frankfurt etwa verlangt 900 Euro im Jahr für einen solchen Hund, das Zehnfache des normalen Satzes. In Friedberg kostet ein normaler Hund pro Jahr 52 Euro, ein als gefährlich geltender 613 Euro.

Das Frankfurter Tierheim führt mit mehr als 50 sogenannten Kampfhunden die Statistik an, die meisten wurden beschlagnahmt. Wie viele Pitbulls, Staffordshires oder andere gefährliche Hunde in hessischen Städten leben, wie viele ihren Besitzern weggenommen wurden und nun auf Kosten der Kommunen im Tierheim sind, lässt sich nicht ganz genau beziffern, aber der hessische Städtetag sieht darin ein wachsendes Problem: „Die Unterbringung gefährlicher Hunde belastet die Kommunen finanziell zunehmend.“

Frankfurt zahlt dem Tierheim eine Pauschale, die aber nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Walter Rotter nicht ausreicht. Andere hessische Städte zahlen für solche Tiere zwischen 7,50 und 10 Euro am Tag, die meisten können nicht sagen, wie hoch die jährlichen Kosten sind.

Wer einen Kampfhund halten will, muss nach der Hundeverordnung Sachkunde vorweisen, für den Hund ist ein Wesenstest Pflicht. (ska/lhe)

Von Heidi Senska

Quelle: HNA

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