Studie: Nordhessische Mieten 41 Prozent unter Durchschnitt

Kassel. Günstig wohnen geht in Nordhessen: Die Mieten im Norden des Landes liegen rund 41 Prozent unter dem hessischen Durchschnitt.

Dies geht aus einer Studie für das Jahr 2010 hervor, die der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) am Dienstag in Kassel vorgestellt hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Deutschlands stagnierten die Mieten in Nordhessen selbst bei Neuvermietungen, sagte VdW-Vorstandssprecher Rudolf Ridinger. Dies führe dazu, dass Eigentümer weniger in die Wohnungen investierten. Investitionen rechneten sich nicht, wenn die Mieten auf niedrigem Niveau verharrten, betonte er.

Dabei sind Modernisierungen seiner Meinung nach dringend nötig - aus drei Gründen: wegen des Alters der Wohnungen, wegen neuer Anforderungen an die Energieeffizienz und wegen des steigenden Bedarfs an Wohnungen für ältere Menschen. Der Studie zufolge spiele der Energieverbrauch für den Mietpreis derzeit allerdings kaum eine Rolle, hieß es weiter. Überdurchschnittliche Mieten könnten nur mit Top-Lagen erzielt werden.

Zudem liege der Anteil der Über-65-Jährigen in Nordhessen mit 26 Prozent deutlich über der hessischen Durchschnittsquote (20 Prozent). Dadurch steige der Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Eine Barrierearmut oder -freiheit sei jedoch mit teuren Bauarbeiten verbunden, zum Beispiel dem Einbau eines Aufzugs. Der VdW südwest hatte das Institut Wohnen und Umwelt aus Darmstadt mit der Studie beauftragt, das verschiedene Internet-Wohnungsbörsen untersuchte. Der Verband vertritt rund 200 private und öffentliche Unternehmen in Hessen und dem südlichen Rheinland-Pfalz mit rund 400.000 Wohnungen. (dpa)

Quelle: HNA

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