Fachverband wehrt sich gegen Kritik und will Gesetzesänderung

Taxis drängen in den Krankentransport

Jens Marggraf, Chef des Fachverbandes Pkw-Verkehr und Taxi-Unternehmer. Foto: privat/nh

Kassel. Der Fachverband Pkw-Verkehr in Hessen wehrt sich gegen Kritik aus dem Regierungspräsidium Kassel (RP), wonach sogenannte Liegetaxis erhebliche Sicherheitsmängel haben sollen. Gleichzeitig streben die in dem Verband zusammengeschlossenen hessischen Taxi- und Mietwagenunternehmen an, das Rettungsdienstgesetz des Landes so zu ändern, dass auch sie qualifizierte Krankentransporte, wie es heute bereits in den meisten Ländern der Europäischen Union Standard ist, anbieten dürfen. Die Dienstleistungen bei Liegendtransporten seien bei ihnen bei gleicher Qualität wesentlich kostengünstiger als im Rettungswagen, argumentieren die Unternehmen.

Jens Marggraf, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Pkw-Verkehr und Taxi-Unternehmer: „Die öffentliche Hand hat uns die Nische der Liegendtransporte eröffnet. Seit 1996 greift man unter Kostengesichtspunkten auf unser Gewerbe zurück, Patienten die nicht gehfähig, aber gesundheitlich stabil sind, mit Liegetaxis zu befördern.“

Sicherheitsmängel wie vom Regierungspräsidium beschrieben, könne er bei den Beförderungen seiner Verbandsmitglieder nicht bestätigen. Unfälle, bei denen nach Angaben des Regierungspräsidiums Kassel sowohl Fahrer als auch Passagiere solcher Krankenbeförderungen wegen Sicherheitsmängeln am Fahrzeug schwer verletzt worden sein sollen, seien dem hessischen Branchenverband nicht bekannt, ergänzte Marggraf. Keine der Krankenkassen in Hessen habe seit nunmehr 14 Jahren einen einzigen Vertragspartner des Fachverbandes wegen Sicherheitsmängeln ausgeschlossen. Das vernichtende Urteil des Regierungspräsidiums sei fehl am Platz und diskreditiere die Taxi- und Mietwagenbranche zu Unrecht.

Zudem seien schließlich alle Fahrzeuge, in denen Personen liegend, im Tragestuhl oder im Rollstuhl transportiert würden, von den Fachbehörden abgenommen und dafür zugelassen worden. Rund 500 000 dieser Fahrten würden pro Jahr von Unternehmen des Fachverbandes ausgeführt. In Verträgen mit Krankenkassen seien zudem Qualitäts- und Sicherheitsstandards festgelegt. Eine darin enthaltene Vereinbarung laute beispielsweise, dass keine Fahrten unternommen werden dürften, die unter das Hessische Rettungsdienstgesetz fallen. Dennoch gebe es für Fahrer vieler Fachverbandsunternehmen „eigene Sanitätslehrgänge“ und einen Qualitätsausschuss, der die Sicherheit von Passagieren und auch der Fahrer im Blick habe.

Von Jürgen Umbach

Quelle: HNA

Kommentare