Tourismus-Bilanz: Gute Wintersportsaison in Hessen

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Skifahren in Willingen im Frühling - HNA-Redakteurin Monika Verjans hat den Selbstversuch unternommen. Hier düst sie Anfang März bei Plusgraden und traumhaften Sonnenschein auf gut präparierten Pisten den Ettelsberg hinunter.

Fulda. Die Tourismus-Branche ist mit der Wintersportsaison in Hessens Skigebieten zufrieden. Liftbetreiber, Hoteliers und Gastronomiebetriebe machten gute Geschäfte, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Wintersporthochburgen ergab.

Auf der Wasserkuppe in der Rhön und im nordhessischen Willingen wurden zwar weniger Skilifttage als in der Vorsaison gezählt - aber dennoch klingelten die Kassen. „Schnee ist für uns das weiße Gold. Der bringt uns eine enorme Wertschöpfung“, sagte Willingens Bürgermeister Thomas Trachte (SPD).

Skigebiete

Im Vogelsberg sprachen sie von einem „guten Winter“. Im Odenwald schwärmte eine Tourismus- Managerin: „Die Saison war top für die Region. So gut wie seit vielen Jahren nicht mehr.“ Auf Hessens höchstem Berg liegen zwar immer noch vereinzelt Schneereste. Aber auf der Wasserkuppe in der Rhön bereiten sich die Betriebe mittlerweile auf die Frühjahrs- und Sommergäste vor.

Die Schneeperiode spülte wieder reichlich Geld in die Kassen. „Den Traum- Winter 2008/2009 konnten wir zwar nicht toppen, aber dennoch war es eine ordentliche Saison“, sagte Christine Kolasch vom Rhön-Infozentrum in Gersfeld. An guten Tagen kamen zwischen 5000 und 10 000 Besucher auf den höchsten Gipfel im Mittelgebirge.

Das früher immer wieder aufkommende Parkplatz-Problem scheint zunächst gelöst. „Wir haben 100 neue Parkplätze. Wenn alles voll war, kam die Polizei hoch, hat abgesperrt und die Autos weitergeleitet“, berichtete sie.

Für den Skiliftbetreiber Wiegand war es eine gute Saison. Zwischen Mitte Dezember und Mitte März liefen an 87 Tagen die Lifte (Vorjahr 105 Tage). „Wenn man von einem Jahresdurchschnitt von 60 Tagen ausgeht, ist das ein gutes Ergebnis“, sagte Betriebsleiter Martin Kirchner.

In kürzerer Zeit - im Vergleich zum vorigen Winter - hätten sich diesmal aber genauso viele Leute den Berg hochziehen lassen. In der gesamten Rhön im Drei-Länder-Eck sind 24 Skilifte aufgebaut und mehr als 400 Loipen-Kilometer angelegt.

Auf eine ebenso lange wie erfolgreiche Saison blickt Willingen zurück. Die 10 000 Hotelbetten waren zu zwei Dritteln belegt. 100 Lift-Tage wurden im Upland gezählt (Vorjahr 140). Vor allem dank der Schneekanonen konnten Wetter-Wirren keinen Strich durch die Rechnung machen.

Die Unabhängigkeit in Zahlen: Innerhalb von 50 Stunden gelinge es, auf sieben Kilometern Piste eine 35 Zentimeter dicke Schneedecke aufzutragen. Die Wintersportler seien vor allem aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ins Hochsauerland gereist. Aus dem Nachbarland seien sogar mehr Gäste als sonst üblich gekommen. Hotels und Gastronomie seien zufrieden mit den Umsätzen gewesen.

Im Vogelsberg war zwar nicht soviel los wie in Nordhessen. Aber immerhin: „Der Winter war recht gut, wir hatten viel Schnee für reichlich Wintersport“, bilanzierte Martina Bock von der Tourist-Info auf dem Hoherodskopf.

Auf 60 Lift-Tage kamen sie auf der Herchenhainer Höhe bei Grebenhain, auf rund vier Wochen am Breungeshainer Hang. „Aber der letzte Winter war dann doch länger und intensiver“, befand Bock. Neben Ski-, Snowboard- und Rodelhängen konnten sich die Langläufer auf rund 50 Loipen-Kilometern betätigen.

Im Odenwald in Südhessen sind die Wintersport-Bedingungen zwar bescheidener. Aber die Tourismus-Manager waren von der Schneezeit ganz begeistert. „Die Saison war top für die Region. So gut wie seit vielen Jahren nicht mehr“, schwärmte die stellvertretende Geschäftsführerin der Odenwald Touristik, Hanne Holuscha, in Michelstadt.

Die zwei Lifte seien 41 Tage in Betrieb gewesen (Vorjahr 7 Tage). An insgesamt 47 Tagen habe man Wintersport treiben können. „Eigentlich setzen wir ja nicht so auf Wintersport. Das ist für uns nur eine Begleiterscheinung. Aber diesmal war's ein Traumwinter“, sagte Holuscha. Bezahlt gemacht habe sich auch ein verbesserter Service für Besucher. Im Internet seien tagesaktuell Schneehöhen und Loipen-Verhältnisse eingestellt worden.

Selbst auf den Taunus-Höhen über der für Wintersport nicht sonderlich bekannten Landeshauptstadt Wiesbaden gab es in diesem Winter gute Bedingungen für Skilangläufer. Schneehöhen bis zu knapp 60 Zentimetern seien seit Jahren nicht mehr gemessen worden, berichtete der ehrenamtliche Loipenwart des Naturparks Rhein-Taunus, Norbert Schäfer.

Er spurt seit 30 Jahren knapp 20 Kilometer Loipen. Von Mitte Dezember bis Ende Februar konnten die Langläufer im Taunus ihre Runden ziehen. Zahlen kann Schäfer nicht bieten, aber er berichtete von sehr vielen Sportlern, die unter anderem auch aus Mainz gekommen seien.

Von Jörn Perske, dpa

Quelle: HNA

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