Nun klagen Befürworter der A 44 und wollen eine längst verworfene Trasse

Trauerspiel um A44 geht weiter

+
Nachdem Umweltschützer überraschend keine Klage gegen den Bau des A-44-Abschnittes 12  führen werden, hat die Bürgerinitiative Pro A 44 angekündigt, eine andere Trassenführung einklagen zu wollen.

Kassel. Neuer Hickhack um die A 44: Der BUND verzichtet erstmals auf eine Klage, im Gegenzug reicht die Bürgerinitiative Pro A 44 eine ein. Wer am Mittwoch noch glaubte, nun könne dort mit dem Bau begonnen werden, war schon am Donnerstag eines anderen belehrt.

Die Bürgerinitiative will, das die neue Autobahn direkt ans Kasseler Kreuz angebunden wird und durch die Söhre verlaufen soll. Diese Variante ist aber schon seit geraumer Zeit eigentlich nicht mehr Gegenstand von Diskussionen.

Lesen Sie auch

Gäbe es keine Klage, könnte mit dem Bau im Sommer begonnen werden. Gebaut wird bereits im anschließenden Abschnitt zwischen Hess. Lichtenau/West und Hess. Lichtenau/Mitte. Dieser Streckenabschnitt ist 2,2 Kilometer lang und kostet 85 Millionen Euro. Schon fertig ist das 4,3 Kilometer lange Teilstück (84 Millionen Euro) zwischen Hess. Lichtenau/Mitte und Hess. Lichtenau/Ost.

Über den sich anschließenden Abschnitt Hess. Lichtenau/Ost - Hasselbach (4,3 Kilometer, 83 Millionen Euro) wird am 10. März das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden. Ein Spruch des Gerichts über den Abschnitt Hasselbach - Waldkappel/Ost (sechs Kilometer, 73 Millionen Euro) wird später fallen.

Geht man davon aus, dass das Gericht den Bau dieser Teilstücke erlaubt, können nach Schätzungen der Straßenbauer zu Beginn des Jahres 2015 rund 16 Kilometer der insgesamt 64 Kilometer langen Autobahn fertig sein.

Ob es sich dann überhaupt noch lohnt, andere Bauabschnitte zu beklagen, um so rund zwei Drittel der Autobahn zu verhindern, dazu wollten sich die BUND-Umweltschützer gestern nicht äußern. Der Geschäftsführer des BUND in Hessen, Michael Rothkegel: „Dazu kann ich im Moment nichts sagen.“

Die Klage gegen den Abschnitt von Helsa/Ost bis Hess. Lichtenau/West wird es nicht geben, weil nach Ansicht des BUND durch den Bau eines Tunnels das Schutzgebiet Lossetal bei Fürstenhagen weitgehend geschont werde und die Natureingriffe insgesamt stark reduziert würden.

Beim BUND heißt es weiter, die Organisation habe immer betont, dass man unabhängig von einer politischen Ablehnung der A 44 nur solche Abschnitte beklage, bei denen massive Rechtsverstöße festgestellt würden und man sich daher Erfolge vor Gericht verspräche. Mit dem Abschnitt von Helsa nach Hess. Lichtenau könne diese Aussage „erstmals umgesetzt werden“.

Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) sagte, er sei über den Klageverzicht „glücklich und höchst zufrieden“. Dies sei auch ein Ergebnis der guten Arbeit aller, die an der A44-Planung beteiligt seien.

Aber da wusste er noch nichts von der neuen Klage.

Von Frank Thonicke

Quelle: HNA

Kommentare