Trend: Grüne werden für SPD zum Schrecken

Wiesbaden. Die Grünen rollen die SPD, aber auch die CDU auf. Stabilisiert sich der am Sonntag Abend festgestellte Trend bei den Wahlen zu den Stadtverordnetenversammlungen wird es für die bislang großen Parteien ein böses Erwachen geben.

FRANKFURT: Verluste für die CDU, sensationell hohe Gewinne für die Grünen: In Frankfurt geht Schwarz-Grün gestärkt aus der Kommunalwahl hervor. Allerdings werden die Karten im Bündnis neu gemischt: Die Grünen, die nach dem Trendergebnis mit rund 28 Prozent fast so stark wie die CDU geworden sind, dürften einen weiteren Dezernentenposten beanspruchen. Das wichtige Planungsamt könnte an die Grünen fallen.

Ein weiteres Desaster erlebte die Frankfurter SPD, die ihren Tiefstand von 2006 nochmals unterbot: Mit knapp über 20 Prozent erzielte sie ihr schlechtestes Ergebnis. Katastrophal auch das Abschneiden der FDP, die bei unter vier Prozent (2006: 6,5 Prozent) landete. Offensichtlich wurde die FDP, die noch einen hauptamtlichen Dezernenten hat, vom bundesweiten Abwärtstrend voll erfasst.

DARMSTADT: Die Grünen gehen als Gewinner aus der Kommunalwahl in Darmstadt hervor. Nach einem Trendergebnis kurz vor Ende der Auszählung wurden sie mit 37,1 (2006: 15,5) Prozent stärkste Kraft. Die anderen Parteien mussten deutliche Verluste hinnehmen. Die CDU rutschte auf 22,9 (30,1) Prozent, die SPD kam auf 19,8 (29,0) Prozent. Die FDP erreichte 2,5 (6,8) Prozent. Die Linke erhöhte sich auf 4,1 (2,1) Prozent. Die Fraktion Uffbasse blieb mit 6,2 (6,3) Prozent fast gleich stark. Es folgen noch kleinere Gruppierungen. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,9 (43,7) Prozent. Es gab fast 106 000 Wahlberechtigte.

Bisher waren in der Stadtverordnetenversammlung mit ihren 71 Abgeordneten CDU und SPD mit je 21 Sitzen gleich stark gewesen. Bei dem Trendergebnis fehlten noch 6 von 117 Wahlbezirken.

FULDA: Die CDU in Fulda hat ihre absolute Mehrheit wohl nur hauchdünn verteidigt, sie musste deutliche Verluste hinnehmen. Die Christdemokraten erhielten bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung laut einem Trendergebnis 8,3 Prozent weniger als 2006 und erreichten 50,3 Prozent. SPD (2011: 18,7; 2006: 20,2) und Grüne (2011: 18,2; 2006: 8,4) lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Position als zweitstärkste Kraft. Die FDP kam auf 2,9 Prozent (2006: 4,9 ).

Bei den Wahlen zu den Stadtverordnetenversammlungen wurden aber nur die Stimmzettel, auf denen lediglich eine Partei angekreuzt wurde. Die mit Kumulieren (Stimmenhäufung auf einzelne Kandidaten) Panaschieren (Stimmenverteilung auf Kandidaten verschiedener Parteien) werden erst in den nächsten Tagen ausgewertet. (lhe)

Quelle: HNA

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