Klinik statt Klassenfahrt - Jugendherberge in Rotenburg vorübergehend geschlossen

Virus befällt 14 Kinder

Krankenhaus statt Klassenfahrt: Ein Helfer in Schutzkleidung im Einsatz.

Rotenburg. 14 Kinder und zwei Lehrer sowie eine weitere Person sind in der Nacht zum Freitag und gestern Vormittag in Krankenhäuser in Rotenburg und Bad Hersfeld gebracht worden: Sie litten unter heftigen Bauchschmerzen, akutem Brechdurchfall und Übelkeit. Ursache ist das hochansteckende Norovirus. Das bestätigte Dr. Dieter Gobrecht vom Gesundheitsamt des Kreises Hersfeld-Rotenburg. Ein Schnelltest habe das eindeutig bewiesen.

Die Schüler stammen aus Südhessen und waren auf Klassenreise in der Jugendherberge in Rotenburg. Die ist geschlossen worden und wird nun von einer Fachfirma desinfiziert.

Mit der Feststellung des Norovirus ist auch klar, dass ein vorausgegangener Grillabend nichts mit der massenweisen Erkrankung der Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren zu tun hat. Vorsorglich waren von der Polizei Proben des Essens versiegelt worden, die regelmäßig nach dem Lebensmittelrecht zurückbehalten werden müssen und in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt werden. Das erklärte Polizeipressesprecher Manfred Knoch.

Auf keinen Fall sei der Jugendherberge mangelnde Hygiene vorzuwerfen, sagte Dr. Gobrecht. Der Norovirus sei extrem ansteckend und man könne ihn sich überall holen - etwa im Bus oder an einer Türklinke. Allerdings hätte die Jugendherberge gleich bei den ersten Auffälligkeiten am Dienstag die Behörde informieren müssen, so Gobrecht.

Dies weist Jugendherbergsleiter Michael Sulkowski vehement zurück. „Wir haben nicht die Aufsichtspflicht für die Kinder.“ Man müsse sich darauf verlassen, dass jeder Lehrer schaue, dass seine Gruppe gesund ist. Die Verantwortung liege bei den Betreuern. Nach Pfingsten laufe der Betrieb der Jugendherberge normal weiter, sagte Sulkowski.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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