Vorsicht, Hochwasser: Regen und Schneeschmelze lassen Flüsse anschwellen

Wasser von oben und Wasser von unten überschwemmt in den nächsten Tagen Hessen: Es regnet und es taut. Südhessen wird das drohende Hochwasser als erstes zu spüren bekommen. Eisglatte Straßen waren jedoch nur ein Zwischenspiel.

Frankfurt. Tauwetter und Regen lassen in den nächsten Tagen die Pegelstände der hessischen Gewässer kräftig steigen. Betroffen sind zunächst vor allem kleine und mittlere Flüsse in höheren Lagen, erklärte der Leiter der Abteilung Wasser im Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, Rainer Fuchs, am Donnerstag.

Das Hochwasser, das jetzt auf uns zukommt, ist nach seiner Ansicht „durchaus mehr als üblich“ um diese Jahreszeit. Als erste werden die Südhessen das Hochwasser zu spüren bekommen. „Im Süden rechnen wir schon ab Freitag mit steigenden Pegelständen“, sagte Fuchs. Am Samstag folgen dann Mittel- und Nordhessen. „Den Höhepunkt erwarten wir Sonntag, Montag und Dienstag.“

An den Regen müssen wir uns gewöhnen. Der Deutsche Wetterdienst sagt für Freitag „ergiebigen“ Regen voraus. Dabei wird es bis zu neun Grad warm. In der Nacht zum Samstag regnet es zunächst weiter. Später ziehen die Wolken dann nach Osten ab. Die Temperatur sinkt nur auf sieben bis vier Grad. Der Wind weht schwach, teils auch mäßig um Süd.

Am Donnerstagmorgen hatte der Regen in weiten Teilen Hessens für spiegelglatte Straßen und Gehwege gesorgt. Vor allem in den Höhenlagen sowie im Rhein-Main-Gebiet gefror das Wasser sofort auf dem noch kalten Boden und bildete eine gefährliche Eisschicht. Auf der Autobahn 6 in Höhe des südhessischen Viernheim verunglückte ein Tanklastzug. Laut Polizei kam der Fahrer wegen Straßenglätte ins Schleudern, der Lkw kippte um. Ein Teil des Gefahrguts - ein Stoff, der Reizungen verursachen kann - trat aus, gelangte aber nicht ins Erdreich.

In Kassel und Wiesbaden legte die extreme Straßenglätte vorübergehend den Busverkehr lahm. Zu Betriebsbeginn gegen 4.20 Uhr gab in Kassel die Leitstelle die Anweisung aus, aus Sicherheitsgründen am Straßenrand zu warten. Ab 6.00 Uhr normalisierten sich die Straßenverhältnisse.

Trotz eisglatter Straßen hatte der ADAC in Hessen weniger zu tun als üblich. „Das Pannenvolumen war sogar geringer als sonst“, sagte ein Sprecher. Auch das Lagezentrum des Innenministeriums registrierte nicht mehr Unfälle als normal. Am Flughafen gab es - im Gegensatz zu Berlin - keine Ausfälle. Die wenigen Verspätungen hatten laut Fraport andere Gründe: starker Wind in der Höhe statt Eis am Boden. (dpa)

Quelle: HNA

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