Ergebnis nicht vor Mitternacht

Wahl in Hessen: Stimmen zur Schuldenbremse werden zuerst gezählt

Kassel. „Hessen ist nicht mehr rot“, so lautete die Schlagzeile nach der Kommunalwahl am 26. März 2006. Die Sozialdemokraten verloren vor allem in der Mitte des Landes ihre Mehrheit. Vom roten Hessen könne man nur noch im „SPD-Bollwerk Nordhessen“ und in Teilen des Südens reden, sagte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Eckart Hohmann.

Wenn am Sonntag in 426 Städten und Gemeinden gewählt wird, könnte es zu Wartezeiten kommen. Denn mit den zig Möglichkeiten, nicht nur Listen, sondern auch Personen anzukreuzen, kann sich der Wähler schon eine Weile beschäftigen. Wohl dem, der das Jonglieren mit den Kreuzen schon vorher beherrscht.

Jeder Wähler hat so viele Stimmen, wie Mandate im Parlament zu vergeben sind. Diese sind abhängig von der Einwohnerzahl. In Kassel sind es 71, in Frankfurt 93 Mandate. Wer es sich leicht machen will, der kreuzt nur eine Liste (Partei) an. Alle zu vergebenden Stimmen werden dann auf die Kandidaten dieser Partei verteilt. Beim Kumulieren (lat. cumulus = anhäufen) kann jeder Bewerber mit bis zu drei Stimmen bedacht werden. Das funktioniert für Bewerber nur einer Liste, aber auch quer durch alle Parteien. Letzteres heißt Panaschieren (frz. panacher =  farbig machen, mischen). Will man einen Kandidaten ausschließen, streicht man ihn durch.

Die abgegebenen Stimmen werden in einer durch die Kommunalwahlordnung nach Paragraf 91 geregelten Reihenfolge augezählt. „Die Volksabstimmung genießt als landesweites Ereignis Vorrang und wird zuerst ausgezählt“, sagt Landeswahlleiter Wolfgang Hannappel. Es folgen in dieser Reihenfolge: die Wahl des Bürgermeisters, die Wahl des Landrats, Gemeindewahl, Kreiswahl, Ortsbeiratswahl und der Bürgerentscheid. Die eingehenden Ergebnisse aus den hessischen Kommunen werden am Wahlabend fortlaufend auf den Internetseiten des Hessischen Statistischen Landesamts unter www.statistik-hessen.de veröffentlicht.

Das vorläufige Ergebnis zur hessischen Kommunalwahl wird der Präsident des Statistischen Landesamtes, Eckart Hohmann, jedoch erst am Donnerstag, 31. März, bekannt geben. Grund dafür ist das komplizierte Wahlsystem, das mehr Zeit zur Auswertung benötigt. Bereits für Sonntag werden dagegen das landesweite Ergebnis der Volksabstimmung zur Schuldenbremse sowie die Ergebnisse der parallelen Direktwahlen in 37 Kommunen, drei Kreisen und drei Großstädten vorliegen.

Vor allem in den Großstädten geht der Trend zur Briefwahl. In Frankfurt gehen täglich 4000 Stimmen im Wahlamt ein. Die Quoten liegen zwischen 6,6 Prozent in Fulda und zwölf Prozent in Marburg.

Erste Trends und Ergebnisse für Ihre Stadt oder Gemeinde lesen Sie auf www.hna.de Dazu gibt es Fotos und Videos.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

Kommentare