Aktionen zunächst in Mittel- und Südhessen

Warnstreik-Welle rollt heute an

Kassel / Frankfurt. In Hessen rollt heute eine Welle von Warnstreiks im öffentlichen Dienst an. Die Schwerpunkte liegen nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di heute vor allem in Mittel- und Südhessen. Hier sind die Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Vor allem Schwestern und Pfleger städtischer Krankenhäuser und Mitarbeiter von Pflegeheimen werden die Arbeit niederlegen.

Während in Nordhessen heute noch mit keinen Aktionen zu rechnen ist, will Verdi am Freitag Kassel lahmlegen. Außer der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) ist der gesamte öffentliche Dienst zum Warnstreik aufgerufen (siehe Bericht auf der Titelseite).

Heute erwartet Ver.di in Frankfurt bis zu 2500 Streikende zu einer Kundgebung auf dem Römerberg. In Krankenhäusern werde es aber Notdienste wie an Wochenenden und Feiertagen geben. Am Freitag sollen dann hessenweit neben den Mitarbeitern im öffentlichen Gesundheitswesen auch Beschäftigte in Kindergärten und Stadtverwaltungen sowie in einigen Nahverkehrsbetrieben die Arbeit niederlegen.

Die Warnstreiks begleiten die festgefahrenen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Ver.di fordert fünf Prozent mehr Lohn und höhere Ausbildungsvergütungen. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. Ver.di will mit den Warnstreiks „den Unmut der Beschäftigten über die zögerliche Verhandlungstaktik der öffentlichen Arbeitgeber deutlich machen“, erklärte Ver.di-Landesfachbereichsleiter Gesundheitswesen, Georg Schulze-Ziehaus.

Bereits am Montag hatte es Warnstreiks bei privaten Bus- und Bahnbetrieben in Südhessen gegeben. In Marburg fuhren gestern keine städtischen Busse. Damit soll Druck auf Bus-Arbeitgeber ausgeübt werden, abgebrochene Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere als Verhandlungsführer der Arbeitgeber kritisierte die Warnstreiks scharf. Sie seien schon vor der zweiten Verhandlungsrunde beschlossen worden. (kle)

Quelle: HNA

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