Wassermassen in Hessen erwartet - Helfer vorbereitet

Schneeschmelze plus Regen gleich Hochwasser. Diese Rechnung machen die Experten aus der aktuellen Wetterlage auf. Am Freitag traten die ersten Bäche über die Ufer, in den nächsten Tagen dürfte es schlimmer werden.

Frankfurt. Erste Bewährungsprobe für Hessens Hochwasser-Frühwarnsystem: Regen und Schneeschmelze lassen Bäche und Flüsse im ganzen Land anschwellen. Entlang der Gewässer stellen sich Helfer überall auf Überflutungen und vollgelaufene Keller ein. Am Freitag wurden im ganzen Land einige Landstraßen und ufernahe Parkplätze gesperrt, Hirschhorn ganz im Süden machte vorsorglich die Neckar-Uferstraße dicht. Der Neckar schwappte bereits über die Ufer. Entspannung ist nicht in Sicht - beträchtliche Schneemassen werden bei Plusgraden rasch zu Wasser. Dazu kommt der ergiebige Regen, der erst am Montag nachlässt.

Eine Verschärfung der Lage haben die Behörden bereits vorhergesagt: „Die Wasserstände werden weiter steigen“, erwartet das hessische Landesamt für Umwelt und Geologie für die nächsten Tage. In der im Oktober eingerichteten Hochwasservorhersagezentrale informiert das Amt automatisch über Pegelstände und mögliche Gefahren.

„Wir sind gewappnet. Die Meldewege laufen schon“, sagte Harald Uschek von der Abteilung Katastrophenschutz des hessischen Innenministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Im Katastrophenschutzlager in Wetzlar liegen 1,5 Millionen leere Sandsäcke, über 2000 Abdeckplanen und andere Materialien auf Abruf parat. Vorsorglich seien bereits 500 000 leere Sandsäcke an neun Kreise entlang des Rhein und Main ausgegeben worden. Die Kommunen in diesen besonders gefährdeten Gebieten haben auch schon Sandsackfüllmaschinen erhalten.

Für Ost, Mittel- und Westhessen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiter vor starkem Tauwetter. Dicke Regenwolken halten sich hartnäckig über Hessen. Auf der DWD-Warnkarte im Internet waren auch am Freitag mehrere Kreise rot eingefärbt - dort kommen aus Dauerregen und schmelzendem Schnee beträchtliche Wassermassen zusammen, die in Bäche und Flüsse fließen. Die Warnstufe „rot“ gilt, wenn mehr als 50 Liter Wasser pro Quadratmeter in 24 Stunden abfließen.

„Niederschlagsdargebot“ nennen die Meteorologen die Summe aus Regen und Schmelzwasser. Besonders hoch ist dieses Dargebot in den Mittelgebirgen, wo noch beträchtliche Schneemassen liegen. Auf der Wasserkuppe in der Rhön türmten sich am Freitagmorgen 60 Zentimeter. Dort seien bis zum Sonntagabend mehr als 70 Liter an „Niederschlagsdargebot“ zu erwarten, sagte DWD-Meteorologe Simon Trippler. Dieses Wasser fließt zuerst in kleinere Bäche, von dort weiter in die größeren Flüsse, wo die Welle zeitversetzt ankommt. (dpa)

Quelle: HNA

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