Fragen & Antworten zur Wahl

4,4 Millionen entscheiden über Hessen: Fragen & Antworten zur Wahl

Wiesbaden. Die Spannung in Hessen steigt, zumal nach der Landtagswahl in Bayern, wo die FDP den Sprung in den Landtag nicht geschafft hat. Wie die Wahl in Hessen ausgeht, weiß niemand, doch andere Fragen rund um die Landtagswahl beantworten wir.

Wie viele Menschen dürfen in Hessen wählen?

Von den rund 6,01 Millionen Hessen dürfen 4,4 Millionen wählen, darunter 276000 Erstwähler.

Wie viele Stimmen haben Sie?

Sie haben wie beim Bund zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme können Sie sich für einen Kandidaten bzw. eine Kandidatin im Wahlkreis entscheiden, mit der zweiten Stimme für eine Partei. Gibt ein Wähler nur eine Stimme ab, wird die nicht abgegebene als ungültig gewertet.

Wie viele Parteien treten zur Landtagswahl an?

Zugelassen sind 18 Parteien und Wählergruppen. Längst nicht alle stellen flächendeckend Wahlkreiskandidaten. Insgesamt gibt es 672 Kandidaten. 424 davon stellen die fünf derzeit im Landtag vertretenen Parteien. Der Frauenanteil hat sich bei ihnen verschlechtert: Mit 148 sind es nur noch 35 Prozent, sechs Prozentpunkte weniger als 2009.

Welche Bedeutung haben Erst- und Zweitstimmen?

Mit der Zweitstimme entscheiden die Wähler darüber, wie stark die einzelnen Parteien im Parlament vertreten sind. Dafür müssen sie die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Die Erststimme entscheidet über das Direktmandat für den Wahlkreis.

Wie viele Direktmandate gibt es?

Hessen hat 55 Wahlkreise. Die 55 Direktmandate stellen die Hälfte der 110 Mandate im Landtag dar. Die anderen 55 Sitze werden dem Zweitstimmenergebnis entsprechend über die Landeslisten der Parteien vergeben.

Was versteht man unter Leihstimmen?

Beispiel FDP: Sie hofft, dass viele Wähler ihr die Zweitstimme „leihen“. Die Erststimme ist für sie nicht so wichtig, weil sie kaum Chancen auf ein Direktmandat hat.

Was passiert, wenn eine Partei mehr Direktmandate gezogen hat, als ihr zustehen nach dem Parteiergebnis?

Dann bekommt sie sogenannte Überhangmandate, da man ihr Direktmandate nicht wegnehmen kann. Damit das Wahlergebnis für die anderen Parteien nicht verfälscht wird, bekommen sie je nach Stimmenanteil Ausgleichsmandate. Derzeit hat der Landtag deshalb 118 Sitze.

Was heißt das für die Kandidaten auf der Liste?

Für Parteien mit Überhangmandaten spielt die Liste keine Rolle mehr. Es kann deshalb passieren, dass ein Kandidat ohne Direktmandat trotz eines guten Listenplatzes nicht in den Landtag kommt.

Wie viele Bürgermeister und Landräte werden am Sonntag in Hessen gewählt?

Es gibt 30 Bürgermeisterwahlen sowie eine Bürgermeister-Stichwahl in Bebra (Hersfeld-Rotenburg) und eine Landratsstichwahl in Marburg-Biedenkopf. Anders als bei der Bundes- und Landtagswahl dürfen bei den Direktwahlen auch EU-Bürger ihr Kreuzchen machen.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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