Brutaler Angriff in Pizzeria in Wiesbaden-Breckenheim - Vier maskierte Täter gestern Abend noch flüchtig

Wiesbadener Ex-OB bei Überfall auf Pizzeria verletzt

Achim Exner

Wiesbaden. Barbara De Stefani zieht nervös an der Zigarette: "Irgendwie traut man doch jetzt keinem mehr." Wenige Stunden zuvor, um 0.30 Uhr in der Nacht zum Mittwoch, waren die 50-jährige Wirtin, ihr Mann Mario und vier Gäste in der Pizzeria am Ortsrand von Wiesbaden-Breckenheim brutal überfallen worden.

Unter den Gästen, die bei dem Überfall zu Boden gehen, ist Achim Exner (65), Wiesbadens Ex-Oberbürgermeister und Manager des Volleyball-Bundesligisten VC Wiesbaden. Er ist ein Freund der Familie und Stammgast in der Pizzeria, die die De Stefanis seit 19 Jahren betreiben. Exner muss mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vier mit Strumpfmasken maskierte Männer, mit Elektroschockern bewaffnet, waren von zwei Seiten eingedrungen, "die müssen sich ausgekannt haben", sagt die Wirtin. Gerade das macht ihr zu schaffen.

Die Angreifer, die mit größter Brutalität vorgehen, verlangen Geld, Kreditkarten und Handys, durchsuchen die Gäste, während einer die Wirtin in Schach hält: "Ich weiß nicht, was er mir an den Kopf gehalten hat, ich hab nur gebetet, dass mein Mann die Kasse aufmacht und keine Diskussionen anfängt." Über 1000 Euro muss er rausrücken.

Die Angreifer, die mit größter Brutalität vorgehen, verlangen Geld, Kreditkarten und Handys, durchsuchen die Gäste, während einer die Wirtin in Schach hält: "Ich weiß nicht, was er mir an den Kopf gehalten hat, ich hab nur gebetet, dass mein Mann die Kasse aufmacht und keine Diskussionen anfängt." Über 1000 Euro muss er rausrücken.

Nach drei oder vier Minuten - so haben es die geschockten Opfer später rekonstruiert, ist der Spuck vorbei, die Täter flüchten. Nur Exners Handy haben die Angreifer laut Wirtin nicht entdeckt, er kann, immer noch am Boden, umgehend die Polizei alarmieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Pizzeria ungebetene Gäste hat, bislang waren es jedoch Einbrüche ins geschlossene Lokal in der Sport- und Kulturhalle Breckenheim. Der Raubüberfall aber hat alles verändert, der Wirt wirkt noch Stunden später apathisch. Die Tochter hilft, Freunde kümmern sich. Der Betrieb geht weiter, obwohl alle Beteiligten bis zum Morgen bei der Polizei waren. "Hier findet heute eine Familienfeier statt, da kann man doch nicht einfach dichtmachen," sagt die Chefin.

Achim Exner hat das Krankenhaus am Mittag wieder verlassen. Zu sprechen ist er nicht. Der Mann, der vor Jahren Schlagzeilen machte als erster OB im Erziehungsurlaub, muss sich ausruhen. Aber weil er ist, wie er ist, hat er dem Radiosender FFH schon am Morgen erzählt, "so schnell kriegt man mich nicht klein." Schließlich ist am Abend Tabellenführer Schweriner SC zu Gast beim Tabellenzweiten aus Wiesbaden, da will er wieder fit sein. Hat extra Public Viewing vor der Halle organisiert, denn längst nicht alle Fans der Wiesbadenerinnen haben eine Karte bekommen für das Spitzenspiel. Die Täter von Breckenheim waren laut Polizei am Abend noch weiter flüchtig.

Quelle: HNA

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