Wildschwein-Gefahr: Immer mehr Unfälle in Hessen

Bad Nauheim. Die Zahl der Wildunfälle ist in Hessen weiter gestiegen. Nach Zahlen des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) gab es zwischen April 2010 und März 2011 mehr als 20 600 gefährlichen Kollisionen zwischen Wildtier und Autos.

Das sind gut 2000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem Schwarzwild kommt Autofahrern immer häufiger in die Quere. In Hessen wurden im Berichtszeitraum knapp 4200 Unfälle mit Wildschweinen erfasst, ein Jahr zuvor waren es noch 2700.

„Wildschweine haben sich in den letzten Jahrzehnten stark vermehrt, weil sie vom Klimawandel mit milden Wintern profitieren und in unserer Kulturlandschaft wie im Schlaraffenland leben“, heißt es in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „Hessen Jäger“. So bauen Landwirte vermehrt Mais etwa für die Biogasproduktion an - die Felder sind aber auch ein gefundenes Fressen für Wildschweine. Mais wirke „wie ein Magnet auf die anpassungsfähigen Allesfresser“, so der Jagdverband. Bei der Ernte zögen dann beunruhigte Rotten auch am Tag durch die Gegend und suchten neue Lebensräume. Das Unfallrisiko erhöhe sich dadurch.

Bei einem Unfall können gewaltige Kräfte freigesetzt werden. „Ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein entfaltet bei einem Aufprall mit Tempo 60 eine Gewichtskraft, die ungefähr einem Nashorn entspricht, das sich auf die Motorhaube setzt“, berichtete der DJV.

Zuletzt hatte im Oktober ein schwerer Wildunfall in Hessen für Schlagzeilen gesorgt. Auf der A5 bei Alsfeld in Osthessen starben drei Menschen, unter anderem Angehörige eines Spielers der BG Göttingen, nachdem ein Wildschwein auf die Straße gelaufen war. Der Unfall ist in der aktuellen Statistik aber nicht erfasst. (dpa)

Quelle: HNA

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