Kriminalstatistik 2010: Zahl der Straftaten sank

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Spurensicherung: Ein Beamter nimmt sichert DNS-Spuren in einem Auto.

Wiesbaden. Für Hessens neuen Innenminister Boris Rhein (CDU) war die Vorstellung der Kriminalstatistik des Vorjahres eine Premiere, doch böse Überraschungen blieben ihm erspart: Erneut ist die Zahl der Straftaten zurückgegangen, um 5000 auf nun 401 864 Fälle.

Auch die Aufklärungsquote ist gestiegen, nämlich von 57,8 im Jahre 2009 auf 58,3 Prozent 2010.

Damit liegen die Hessen aber nicht an der Spitze. Bayern verzeichnet 63,9 Prozent, Niedersachsen verbesserte sich sprunghaft von knapp 60 auf 62,9 Prozent und auch Rheinland-Pfalz liegt seit Jahren über 60 Prozent.

Videoüberwachung

Als Grund für die Erfolge bei der Verbrechensbekämpfung nannte Rhein gestern unter anderem die Videoüberwachung und den erneuten und numehr den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes angepassten Einsatz von Kennzeichenlesegeräten. Mit der Videoüberwachung würden Straftaten nicht nur verhindert, zuletzt habe so auch der Mord an einem 17-Jährigen in Fulda aufgeklärt werden können. Zu den Lesegeräten sagte Rhein, es sei „das Wesen von Kennzeichen, dass man sie erfassen kann, aber wir betreiben damit keine Vorratsdatenspeicherung“.

Zurückgegangen ist auch die Gewaltkriminalität und, vor allem aufgrund technischer Verbesserungen, die Zahl der Autoaufbrüche.

Sorgen dagegen bereitet der Polizei der Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen um 16,3 Prozent auf 9974 Fälle. Dort seien vermehrt Kinderbanden aus dem Ausland unterwegs, die dank der guten Verkehrsverbindungen im Rhein-Main-Gebiet schnell wieder verschwinden könnten. Diese Entwicklung sei „keine Frage der Ethnie, sondern eine Frage der Armut“, sagte der Minister.

Bei Wohnungseinbrüchen ist die Aufklärungsrate mit 16 Prozent erschreckend gering. Die Bayern lägen mit knapp 20 Prozent an der Spitze, so der kommissarische LKA-Chef Gosbert Dölger.

Große Herausforderungen sind laut Rhein nach wie vor der islamistische Extremismus und die immer neuen Formen der Internetkriminalität. Er unterstütze auch die Pläne der Bundesregierung für eine Cyber-Sicherheitsstrategie. Internet-Angriffe auf internationale Börsen und das Nobelpreiskomitee zeigten, wie wichtig dies sei. „Es ist spät, aber nicht zu spät.“

Rhein betonte, dass die innere Sicherheit trotz aller Sparverpflichtungen auch künftig ein Schwerpunkt der Landesregierung sein werde. Durch die Einstellung von erneut 250 Polizeianwärtern kämen erstmals seit langem wieder mehr Polizisten hinzu, als aus dem Dienst ausschieden.

Quelle: HNA

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