Zecken erobern auch Hessen: Risikogebiete nun größer

+
Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere. Weltweit gibt des 900 Arten. Erwachsene Zecken werden Tier bis zu vier Millimeter groß.

Wiesbaden. Die Gefahr lauert in Wiesen und an Sträuchern: Zecken können lebensgefährliche Krankheiten übertragen. Die Saison hat begonen. Wer viel im Freien unterwegs ist, kann sich noch impfen lassen.

Links zum Thema

www.zeckeninfo.de www.borreliose24.de www.rki.de

Im Gefolge des Klimawandels erobern Zecken von Süden her auch Hessen weiter: Das Sozialministerium hat das Risikogebiet, in dem bis zu fünf Prozent der Zecken als Überträger einer Form der Hirnhautentzündung, der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME), gelten, um die Stadt Offenbach ausgedehnt. Als Risikogebiet gelten nun alle hessischen Landkreise und Städte südlich des Mains, zudem der Main-Kinzig-Kreis und der Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Eine Infektion ist gefährlich. Bei schwerem Verlauf verursacht FSME eine Hirnhautentzündung, die in Einzelfällen tödlich endet. 2010 wurden in Hessen zwölf FSME-Infektionen gemeldet. 2009 waren es 20. Todesfälle wurden zwei im Jahr 2003, und jeweils einer 2004 und 2006 gemeldet. Ob bei den durchweg älteren Patienten Vorerkrankungen mit im Spiel waren, ist im Sozialministerium nicht bekannt.

Impfung kann vor der Krankheit schützen. Sie sollte am besten im Frühjahr begonnen werden und besteht aus zwei Spritzen im Abstand von zwei bis vier Wochen. Nach neun bis zwölf Monaten folgt eine Auffrischung, die dann für drei Jahre Schutz bietet. Ansprechpartner sind Hausarzt und Gesundheitsamt.

Keinen Impfschutz gibt es gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose. Sie befällt Nerven und Gelenke. Die Bakterieninfektion, die Übelkeit und Gelenkschmerzen verursacht, ist im Frühstadium gut mit Antibiotika zu behandeln. Deshalb sollte man nach einem Zeckenbiss eine Woche lang besonders aufmerksam sein: Rötet sich die Stichstelle oder treten grippe- oder rheumaartige Beschwerden auf, sollte man einen Arzt aufsuchen. (mcj)

Hintergrund: Schutz in Wiese und Wald

• Lange Ärmel und Hosenbeine können beim Spaziergang oder der Arbeit in der Natur vor Zecken schützen. Aufenthalt im hohen Gras und im Unterholz möglichst vermeiden!

• Hat sich einer der winzigen Blutsauger festgebissen, sollte das Tier vorsichtig samt Kopf herausgezogen werden – am besten mit einer spitzen Zeckenpinzette. damit der Körper des Tieres nicht gequetscht wird und weitere Krankheitserreger in die Bissstelle gelangen.

• Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollten Sie an Armen, in Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt gründlich suchen.

Quelle: HNA

Kommentare