Zigarren – Genuss mit Geschichte

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Zigarren behalten ihren Geschmack besonders gut, wenn man sie in einem sogenannten Humidor aufbewahrt.

„Man sollte immer erst eine Zigarre rauchen, bevor man die Welt umdreht“, soll Reichskanzler Otto Graf von Bismarck gesagt haben. Genau wie er haben viele große Staatsmänner gute Zigarren geschätzt. Damit stehen sie in langer Tradition: Bereits vor Jahrhunderten wurde in Südamerika Tabak geraucht.

Tabak als Heilmittel

Mit der Leidenschaft für Zigarren waren die Staatsmänner und -frauen zu jeder Zeit in bester Gesellschaft. Schon die alten Azteken und die Maya mochten den Tabakgenuss. Das zeigt auch der Name „Ciquar“: Er bezeichnet etwas Brennbares, das gut schmeckt und riecht. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Zigarren einen Siegeszug durch die Welt antraten.

Der erste europäische Kontakt mit Zigarren-Tabak erfolgte im Jahr 1492: Christoph Kolumbus landete auf einer kleinen Insel im heutigen San Salvador und entdeckte hier Einheimische, die mit gerollten Blättern hantierten. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der erste Tabak von Seefahrern nach Europa gebracht. Zunächst galt er als Heilmittel, bevor der Rauchgenuss die Menschen faszinierte.

Inzwischen wird der Tabak überall auf der Welt angebaut, zum Beispiel auch in Deutschland. Die Tabakindustrie wird nicht müde zu behaupten, dass in Europa respektable Qualitäten wachsen. Echte Kenner schwören aber auf Zigarren aus Kuba, Sumatra und Bahia in Brasilien. Das Geheimnis liegt im sandhaltigen Boden in Kombination mit Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit dieser Regionen.

Zigarren als genussvolles Ritual

Wahre Liebhaber zelebrieren das Rauchen einer Zigarre als ausführliches Ritual. Das beginnt mit der Überzeugung, dass gute Zigarren mit der Hand gerollt werden müssen, und endet bei der Aufbewahrung: Damit die volle Qualität erhalten bleibt, müssen Zigarren bei einer bestimmten Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Dafür gibt es spezielle, klimatisierte Boxen, sogenannte Humidore. Diese bekommt man bei jedem Zigarrenhändler vor Ort oder auch in speziellen Shops im Internet, zum Beispiel bei noblego.de. Trotzdem sollte man Zigarren nicht auf Vorrat kaufen – auch wenn sie im Humidor gelagert werden, verlieren Zigarren nach und nach an Geschmack.

Zigarren anzünden – eine Wissenschaft für sich

Je nach Sorte müssen die Zigarren vor dem Rauchen angeschnitten oder angebohrt werden, damit der Rauch ungehindert fließen kann. Auch das Anzünden ist ein Ritual. Verpönt sind Feuerquellen, die den Geschmack ruinieren. Dazu gehören Benzinfeuerzeuge, Kerzen oder gar schwefelhaltige Streichhölzer. Auch sollte man nicht sofort und nicht zu oft an der Zigarre ziehen, nachdem man sie angezündet hat. Zu heißes Rauchen beeinträchtigt den Geschmack. Am besten ist ein Zug pro Minute, damit die Zigarre genug Zeit hat, wieder abzukühlen. Bei dem Tempo werden auch kurze Zigarren zu einem ausgedehnten Vergnügen.

Vielleicht ist das genau der Grund, warum Menschen wie Katharina die Große oder der britische Premierminister Winston Churchill Zigarren so sehr geschätzt haben: Zwischen den Zügen lässt es sich vortrefflich nachdenken.

Quelle: HNA

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