Reaktionen auf Harry Valériens Tod

Beckenbauer: "Ruhe in Frieden, mein Freund!"

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Der ehemalige Sportreporter Harry Valérien und seine Frau Randi.

München - Im Alter von 88 Jahren ist Harry Valérien am Freitagabend gestorben. Der Bayerische Rundfunk (BR), das ZDF und viele Prominente trauern um den einstigen Sportreporter.

Der gebürtige Münchner, „der seine Karriere beim Bayerischen Rundfunk gestartet hat, gehörte zu den bekanntesten und prägendsten Sport-Journalisten der Nachkriegsgeschichte“, erklärte BR-Intendant Ulrich Wilhelm am Samstag.  „Sein charmanter, humorvoller und publikumsnaher Stil bleibt unvergessen, ebenso wie sein Markenzeichen, der gelbe Pullover. Wir trauern um ihn.“

Auch Günther Jauch hat Valérien als einen herausragenden Sportjournalisten gewürdigt. Jauch erinnerte sich, wie er die Nachfolge Valériens vor knapp einem Vierteljahrhundert im „Aktuellen Sportstudio“ antrat und sprach von einem der unglaublichsten Momente seines Lebens. „Da hat er mir gratuliert und gesagt: "Machens des - des wird scho!".“ Wie Jauch weiter sagte, bleibt für ihn die Erinnerung an einen großartigen Kollegen und auch der Gedanke: „Was für ein gnädiger Tod!“. Valérien war nach Angaben seines Schwiegersohns Stefan Glowacz am Freitagabend im Alter von 88 Jahren gestorben. Valérien sei auf dem Heimweg als Mitfahrer im Auto eingeschlafen und an Herzversagen gestorben.

Franz Beckenbauer äußerte über Twitter Trauer über Valériens Tod: „Mein väterlicher Freund Harry Valerien ist leider tot.“ Er habe viele gemeinsame Erlebnisse mit Valérien, „ich könnte ein Buch damit füllen“. Dazu gehöre auch sein erster Besuch im „Aktuellen Sportstudio“ 1965. Beckenbauer schrieb: „Ruhe in Frieden mein Freund!“

Als „ein ganz großes Vorbild für seriöse Arbeit und ein menschliches Miteinander“ hat Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) den am Freitag verstorbenen TV-Moderator Harry Valerien gewürdigt. „Er hat immer die Ereignisse im Sport und die Sportler in den Vordergrund gestellt und nicht sich selbst. Gerade das hat ihn zu einem Star in der Medienlandschaft gemacht“, sagte der frühere Sportjournalist bei der Ankunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Berlin dem über seinen ehemaligen Kollegen weiter.

Die ehemalige Skirennläuferin Rosi Mittermaier („Gold-Rosi“), zweifache Olympiasiegerin von 1976, sagte der Nachrichtenagentur dapd: „Für uns Skifahrer war Harry ein Glücksfall, denn er war selbst Sportler und wusste Ereignisse immer richtig einzuschätzen.“

Harry Valérien: Bilder aus seinem Leben

Harry Valérien: Bilder aus seinem Leben

„Das war ein Held von mir, ein Riesenvorbild“, sagte Wolf-Dieter Poschmann. Er sei mit Valérien im Fernsehen aufgewachsen. „Als ich dann beim ZDF mit ihm zusammenarbeiten durfte, habe ich mit ganz großem Respekt gemerkt, dass er an jedem Tag der Woche und mit allen Beteiligten daran gearbeitet hat, die Sendung noch perfekter zu machen.“

Harry Valériens Markenzeichen: Der gelbe Pullover.

„Er war einer der ganz Großen im Sportjournalismus“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Samstag nach Angaben des Senders. Valérien habe die Sportberichterstattung des ZDF nachhaltig geprägt und sei noch heute - mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Abschied vom „aktuellen Sportstudio“ - eine bekannte Größe. „Er hatte seinen ganz eigenen Stil und einen feinen Humor, war immer souverän, sympathisch und aufmerksam. Auf diese Weise hat er seine Begeisterung für den Sport in seiner ganzen Breite und seine große Sachkenntnis an das Publikum weitergegeben“, schilderte Bellut, der nach eigenen Angaben schon als junger Fernsehzuschauer ein Fan der Reporterlegende war. „Harry Valérien wird uns sehr fehlen.“

„Harry Valérien war neben Wim Thoelke und Hanns Joachim Friedrichs einer der legendären Gründerväter des ZDF-Sports“, sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey laut Mitteilung. „Mit dem aktuellen Sportstudio hat er eine Traditionsmarke im Sport-TV und für das Publikum viele unvergessene Fernsehmomente geschaffen.“

Valériens ehemaliger Kollege Dieter Kürten bezeichnete den Bayern laut ZDF als Vorbild und guten Freund. „Für Generationen von Journalisten in Funk und Fernsehen war Harry ein Idol. Er hatte immer einen festen Standpunkt, den er nie verließ“, sagte Kürten.

dpa/SID

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