Neue RTL-II-Casting-Show

"Curvy Models" haben mehr Lebensfreude

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Suchen das erste "Curvy Model": (v.l.) Ted Linow, Angelina Kirsch, Motsi Mabuse und Harald Glööckler.

München - Wird Big-Size das neue Schönheitsideal? Als erfolgreiches Mannequin für Übergrößen ist Angelina Kirsch in der ganzen Welt unterwegs. Nun sucht sie in der Castingshow "Curvy Models" Nachfolgerinnen. Im Interview erklärt sie, was bei molligen Models anders ist.

Es soll der ultimative Gegenentwurf zur bekannten Pro-Sieben-Show "Germanys Next Topmodel" werden: Seit Mittwoch läuft die Casting-Show "Curvy Models" auf  RTL II. Im Grunde unterscheidet sie sich nicht von anderen Casting-Shows im Fernsehen: Auch dort müssen die Mädchen Aufgaben bestehen, auch dort werden die Haare abgeschnitten. Die Jury - bestehend aus Harald Glööckler, Motsi Mabuse, Modelagent Ted Linow und Model Angelina Kirsch - entscheidet am Schluss, wer die Schönste ist. Doch einen gewichtigen Unterschied zu den Topmodels gibt es: Die Teilnehmerinnen haben alle Kurven.

Das "Curvy Models"-Pendant zu Heidi Klum ist Jury-Mitglied Angelina Kirsch aus Hamburg, die mit Kleidergröße 42/44 selbst von Size Zero weit entfernt ist. Kirsch arbeitet auf der ganzen Welt als erfolgreiches Model für Übergrößen. Sie weiß, was bei ihren molligen Kolleginnen anders ist  - und was nicht.

In Heidi Klums Sendung gab es zwei große Skandale: Einmal hatte eine Kandidatin einen Schokoriegel gegessen und einmal Pommes mit Majo. Wird es bei Ihnen solche Probleme auch geben?

Kirsch: Natürlich behandeln wir mit den Mädels auch das Thema Ernährung und Sport. Das gehört dazu, egal ob als dünnes Model oder als Curvy Model. Die Maße müssen ja gehalten werden. Man darf nicht abnehmen, aber auch nicht zunehmen.

Muss man da als Curvy Model auf andere Dinge achten als ein Size-Zero-Model?

Kirsch: Nein, eigentlich nicht. Wenn man Model ist, ist man Model. Man ist ja genau so auf dem Laufsteg und vor der Kamera unterwegs. Was vielleicht eine größere Rolle spielt, ist das Thema Lebensfreude, das ein Curvy Model besser transportieren kann. Aber eigentlich unterscheidet sich der Job nicht grundsätzlich.

Warum geht es bei Curvy Models mehr um Lebensfreude als bei dünnen Models?

Kirsch: Ich denke, viele Frauen fühlen sich da eher abgeholt. Die Durchschnittsgröße in Deutschland ist nunmal nicht 34/36, sondern 40/42 und aufwärts. Da freut sich die Endkundin, wenn sie von einem Curvy Model angestrahlt wird, das damit sagt: Ich bin glücklich mit meinen Kurven.

Warum sind denn dann die meisten Models immer noch so dünn?

Kirsch: Auch die dünnen Models haben ihre Berechtigung. Ich vergleiche Haute-Couture-Designer immer mit einem Künstler, einem Maler. Der nimmt sich ja auch keine kurvige Leinwand, sondern eine glatte, um seine Kunst zu zeigen. Die Botschaft sollte nicht sein: Das ist der Prototyp Körper. Individualität muss mehr gefeiert werden.

Gerade Model-Castingshows leben aber von einem gewissen Ideal,  einer Bezugsgröße und auch einer gewissen Oberflächlichkeit. Passt das zusammen?

Kirsch: Das passt auf jeden Fall zusammen. Das Model-Geschäft ist nun mal oberflächlich. Es geht um Maße. Und wenn ein Kunde mich bucht, dann schaut er auf meine Haarfarbe. Es ist eine oberflächliche Branche, aber man kann natürlich trotzdem seinen Nutzen daraus ziehen. Man muss nur wissen, dass es nicht persönlich gemeint ist. Dadurch, dass es so oberflächlich ist, ist da nichts persönlich. Es geht um die Äußerlichkeit und die wird genau so bewertet wie die Leistung eines Schriftstellers. Man muss einfach wissen, wie man das nimmt.

Die Quoten für „GNTM“ sind nicht mehr so, wie sie schon mal waren, verschiedene andere Model-Shows sind gefloppt. Warum soll das bei Ihnen anders werden?

Kirsch: Ich hoffe, dass es anders wird. Wir haben tolles Material zusammengestellt, uns sehr viel Mühe gegeben und wir hatten tolle Kandidatinnen. Neben der Model-Suche geht es bei uns sehr viel darum, das Selbstwertgefühl der Kandidatinnen aufzubauen und sie auf den Job vorzubereiten.

Gibt es die beliebten Umstyling-Folge auch bei Ihnen?

Kirsch: Wir haben ein Umstyling gemacht und es ist natürlich ein großes Glück, wenn ein Profi vorbeikommt und den Kandidatinnen zeigt, was ihnen steht. Aber wir sind alles Frauen, und wenn man seine langen Haare jahrelang gezüchtet hat, entgleisen schon mal die Gesichtszüge, wenn die Schere kommt. Das wird eine schön emotionale Folge.

Sind kurvige Models weniger zickig als dünne?

Kirsch: Nee, das kann ich nicht pauschal sagen.

dpa

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