Zu viel Suff und Sex: “X-Diaries“ zu heftig

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Hanno (28) fährt mit seinen Kumpels Christian (28) und Ole (27) nach Ibiza, um seinen Junggesellenabschied zu feiern. Das Bild entstammt der Sendung "X-Diaries" auf RTL II

München - Zu viel Alkohol und Brüste: Die RTL-II-Dokusoap "X-Diaries" verstößt gegen den Jugendschutz. Deshalb wurden nun zahlreiche Folgen beanstandet. Auch andere Formate wurden scharf kritisiert.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) beanstandet zahlreiche Folgen der RTL-2-Sendung “X-Diaries - love, sun & fun“. Wegen der “aufdringlichen Darstellung der Themen Sex und Alkohol und der derb-zotigen Sprachwahl“ sei eine Entwicklungsbeeinträchtigung für Kinder unter zwölf Jahren, teilweise auch Jugendliche unter 16 festzustellen, teilte die KJM am Montag in München mit. “Aufgrund der für Heranwachsende nicht zu erkennenden Fiktionalität der Sendung ist eine sozialethische Desorientierung für unter 16-Jährige oder für unter 12-Jährige zu befürchten.“

Die Kommission wies darauf hin, dass RTL 2 die Folgen inzwischen der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vorlegt. Die jetzige Staffel sei bisher jugendschutzrechtlich unproblematisch.

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Im zweiten Quartal dieses Jahres hat die KJM in allen geprüften Medien insgesamt 47 Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag registriert. 31 davon betreffen “X-Diaries“.

Auch eine Liveberichterstattung zu einem “Geiseldrama in Manila“, die bei N24 um 13.45 Uhr lief, stufte die KJM als entwicklungsbeeinträchtigend für unter 16-Jährige ein. Gezeigt wurde die Leiche des erschossenen Geiselnehmers und die geborgenen, teils toten Geiseln. Die KJM ist der Meinung, dass Zuschauer unter 16 Jahre noch nicht die Kompetenz im Umgang mit Nachrichten haben, die für die Verarbeitung solch belastender Bilder notwendig ist.

Gewaltszenen in Nachrichten kritisiert

Beanstandet wurde ferner die Ausstrahlung einer Episode der Animationsserie “Stroker and Hoop“ um 6.00 Uhr morgens auf TNT, die für die Zeit nach 22.00 Uhr freigegeben war.

Problematisch für Zuschauer unter 18 Jahren finden die Jugendschützer eine Folge der Wrestlingshow “TNA Impact!“, die ohne Vorsperre auf Sky (Kanal Sport 2) um 22.15 Uhr lief. Die Gewalt gehe über das hinaus, was bei Wrestling als genretypisch einzustufen sei, meint die KJM.

Als bedenklich für Kinder eingestuft wurde die Episode “Over the Rainblow“ der US-Comedyserie “The Hard Times of RJ Berger“, die Viva um 17.15 Uhr ausstrahlte. Die darin behandelten sexuellen Themen entsprechen demnach nicht dem Entwicklungsstand von Kindern unter zwölf Jahren. Das Gleiche gilt nach Einschätzung der KJM für eine Ausgabe der RTL-2-Dokusoap “Der Promi-Trödeltrupp“.

Kritisiert wird auch die ProSieben-Nachrichtensendung “Newstime“ um 18.00 Uhr. Darin wurden Gewaltszenen des Spielfilms “Lebanon“ mit realen Kriegsereignissen verglichen. Kinder unter zwölf Jahren könnten Realität und Fiktion nicht trennen, teilte die KJM mit. Daher sei davon auszugehen, dass sie von diesen schockierenden Bildern nachhaltig beeinträchtigt würden.

Als “absolut unzulässig“ nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag stuft die Kommission drei Angebote im Internet ein. “Eines leugnet den Holocaust und macht volksverhetzende Inhalte zugänglich, eines zeigt Minderjährige in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung und eines verknüpft Sexualität und reale Gewalt.“ Vier Verstöße beziehen sich auf die Verbreitung von Pornografie.

dapd

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