Ein Dorf voller Kirschen

Kleinste Ortsteile: Hitzerode besticht mit Obstbäumen

Mittelpunkt von Hitzerode: Die Kirche, auf deren Vorplatz sich eine gut 400 Jahre alte Linde befindet. „Die ist innen hohl, als Kinder haben wir uns darin immer versteckt“, erinnert sich Ortsvorsteher Wilfried Speck zurück und lacht. Foto: Wüstefeld

Hitzerode. Viel Schnee im Winter, blauer Himmel im Sommer: Der kleine Ortsteil Hitzerode der Gemeinde Berkatal hat das oftmals gute Jahreszeiten-Wetter seiner Lage zu verdanken. Gut 350 Meter über Normal Null liegt der Ort, lässt damit die Wolken so manches Mal unter sich. „Wir wohnen einfach schön hier“, sagt Ortsvorsteher Wilfried Speck deshalb.

Dass liege auch an der schönen Landschaft rund um den Ort: „Überall gibt es Obstbäume, vor allem Kirschen.“ Die boten den Einwohnern noch bis vor gut 30 Jahren ein zweites Standbein, lief es mit der Landwirtschaft mal nicht so gut. Mittlerweile werden die Früchte kaum noch für den Handel gepflückt, dem Wettbewerb mit den großen Importeuren würde man unterliegen.

Nicht unterkriegen lassen sich die Einwohner des Straßendorfes Hitzerode, wenn es um ihren Ort geht: So wurde, als die weitere Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) unklar war, kurzerhand ein Kulturverein gegründet, der auf Anhieb gut 80 Mitglieder zählte – immerhin mehr als ein Viertel der Einwohnerzahl.

Dessen einziges Bestreben ist es, das 1978 zum DGH umfunktionierte Gebäude weiterhin am Leben zu erhalten, damit Vereine die Räume weiter nutzen und sich die Hitzeröder abends mal zusammensetzen können.

Angesiedelt hat sich dort auch eine neue Gymnastikgruppe: Weil die im Seniorenbereich noch fehlte, hat sich ein „Zugezogener“ vor einem Jahrzehnt darum gekümmert und diese aufgebaut. Mit Erfolg: Mittlerweile kommen auch Frauen aus den Nachbarorten wie Albungen und Frankershausen, angeboten werden dadurch nicht mehr nur ein, sondern zwei Termine.

Gleich drei Anbieter gibt es in dem Dorf im Meißnervorland, wenn es um die Vermietung von Ferienunterkünften geht. „Vor allem in den Sommermonaten und auch in den Ferien werden die gut angenommen“, sagt Speck. Denn auch, wenn ein Lebensmittelmarkt und die großen Einkaufsmöglichkeiten im Ort fehlen: Die Nähe zur Natur und den beiden Premiumwanderwegen P2 und P7 besticht. „Und wir haben einen der Verbindungswege zwischen den Wanderrouten modifiziert, sodass man zu einem wunderbaren Aussichtspunkt kommt und über Albungen hinweg bis nach Eschwege sehen kann“, erklärt Speck, der mit Unterbrechungen seit 1989 Ortsvorsteher und in Hitzerode geboren worden ist.

Von Constanze Wüstefeld

Kommentare