Im Konvoi durch die Wüste

Pfarrer Eberhard Laukner unterstützte Kinderhaus in Afrika

Berkatal. Es war dreckig und dunkel, staubig und grau. Dennoch war die gut dreiwöchige Reise nach Afrika für Eberhard Laukner so erlebnisreich, dass er am liebsten sofort ein weiteres Mal fahren würde.

Eberhard Laukner

Der Pfarrer aus Berkatal hat zusammen mit 55 weiteren Menschen aus der Bundesrepublik an der Rallye „dust and diesel“ teilgenommen, bei der die Autos am Ende versteigert werden und das Geld gespendet wird. Einziges Ziel der Reise: Den vielen Kindern in einem Kinderhaus in Mauretanien zu helfen, einem der ärmsten Länder der Welt. „Es gibt dort wenige Nahrungsmittel, die Kinder haben kaum etwas zum Anziehen“, erzählt Laukner, der am 25. Dezember aufgebrochen ist. In dem bunt angemalten Kinderhaus in der Stadt Nouadhibou würden die Kinder beides bekommen, zudem werde ihnen Lesen und Schreiben beigebracht.

„Das wollten wir mit der Reise unterstützen“, sagt Laukner, der seinen 32-jährigen Sohn Bernhard mit auf die Reise genommen hat. Wie alle anderen Teilnehmer der Rallye auch haben sich die beiden ein altes Fahrzeug gekauft und das wüstentauglich gemacht: Es wurde höher gelegt und mit einem Unterbodenschutz versehen. Dann haben sie sich auf den weiten Weg nach Afrika gemacht, um den Wagen dort zu versteigern. „Wir sind über Frankreich nach Spanien und weiter nach Marokko gefahren, bevor wir nach Mauretanien kamen.“ Vor allem der letztere Teil sei anstrengend gewesen, ständig wurde der Konvoi kontrolliert, die Straßen seien eher schlecht als recht gewesen: „Man wurde permanent durchgeschüttelt.“

Als die Gruppe dann nach gut 4700 Kilometern ankam, wurden die 27 Wagen ebenso versteigert wie die Reiseutensilien: Schlafsäcke, Wasserkocher, Benzinkanister. „Durch den Verkauf aller 27 Autos sind gut 20 000 Euro zusammengekommen“, erzählt der Pfarrer. Das werde direkt an das Kinderhaus gespendet.

Er selbst und sein Sohn Bernhard haben für den Kauf des Autos und die Reise gut 5000 Euro ausgegeben, was den 63-Jährigen kaum schmerzt: „Wir haben erfahren, wie man in Afrika lebt, wir haben die Basis gesehen“, erzählt er. Straßen aus Schotter, viermal vier Meter als Unterkunft für eine mehrköpfige Familie, Wellblechdächer, riesige Müllansammlungen auf den Straßen: „Ich weiß nicht, wovon die dort leben.“

Beeindruckt habe Laukner, der zum ersten Mal den Kontinent bereiste, der Zusammenhalt zwischen den Menschen. „Jeder hilft sich dort, kennt jemanden, bei dem man Rat bekommt.“

Hintergrund

Zweimal jährlich findet die Rallye „dust and diesel“ statt, im Mai und im Dezember für jeweils drei Wochen. Dann fahren Interessierte mit alten Wagen nach Mauretanien, um die Wagen dort zu versteigern und den Erlös an zwei Kinderhäuser zu spenden: an das in Nouahibou und eines in der Hauptstadt Nouakchott. Dort sollen die Kinder ein sicheres Zuhause finden und mit warmem Essen und Kleidung versorgt werden. Die Teilnehmer übernachten auf Campingplätzen und müssen für die Kosten der Fahrt selbst aufkommen. Für die Mai-Rallye sind noch Plätze frei, Informationen gibt es im Internet unter www.dust-and-diesel.de oder unter www.aepn.de.

Von Constanze Wüstefeld

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