Heimatmuseum Berkatal öffnet am Sonntag nach zweijährigem Umbau - Führungen nur noch auf Anfrage

Der Staub ist nun endlich weg

Als wäre es erst gestern gewesen: Erika Mildner zeigt ihren Besuchern gerne den Kolonialwarenladen, der mit Objekten aus der alten Bäckerei Schill bestückt ist. Foto: Stefanie Müller

Frankershausen. In München war es, vor 73 Jahren, als Erika Mildner im Deutschen Museum ihre Leidenschaft für Museen entdeckte. Über Hamburg und Darmstadt kam sie der Liebe wegen nach Frankershausen. Dort leitet sie seit über 20 Jahren das Heimatmuseum. Am kommenden Sonntag, 5. Mai, öffnet es ab 10 Uhr wieder seine Pforten.

Jemand müsse doch Staub wischen, sagt sie auf die Frage, was ihr das Museum bedeutet. Tatsächlich ist sie die gute Seele im Haus, kennt alle Exponate und weiß zu jedem eine Geschichte. 30 Mitglieder hat der Museumsverein, davon sechs Aktive.

Zwei Jahre lang war das kleine Museum in den oberen Etagen der Gemeindeverwaltung wegen Umbaus geschlossen. Ein Schornstein, der die Ausstellungsfläche verkleinert hatte, wurde entfernt, das Dach gedämmt und der Boden erneuert. „Jetzt ist es viel heller“, sagt Mildner, die bis zur Wiedereröffnung noch alle Hände voll zu tun hat.

Das Museum ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Schule und Hauswirtschaft sowie Bergbau und Mineralien. Zu sehen sind Relikte alter Handwerksberufe, ein kompletter Kolonialwarenladen, Haushaltsgegenstände, Spielzeug und eine Schulausstattung. Während des Umbaus mussten alle Exponate in einem Raum untergebracht werden. „Beim Zurückräumen haben wir ein bisschen aussortiert und manche Ausstellungsstücke neu zusammengestellt“, sagt Mildner. Jetzt sei es etwas übersichtlicher. Neu in diesem Jahr ist auch, dass es keine offiziellen Öffnungszeiten mehr gibt. Wer das Museum besichtigen will, muss vorher einen Termin vereinbaren. „Anders schaffe ich das nicht mehr“, sagt Mildner.

Die 78-Jährige fürchtet seit Längerem schon um die Zukunft des Heimatmuseums. „Es ist so vieles verloren gegangen im Krieg. Was wir jetzt noch haben, müssen wir bewahren“, appelliert sie an die Berkataler. Immer mal wieder kommt ihr eine neue Idee. Jetzt hat sie im Gedenken an die jüdische Gemeinde im Ort eine kleine Ecke mit Briefen und Fotos eingerichtet. Gleich daneben sind Relikte aus dem Kalten Krieg hinzugekommen. Auch zwei neue Vitrinen mit Mineralien stehen zur Besichtigung bereit - die Spende eines Vereinsmitglieds.

Wiedereröffnung am Sonntag, 5. Mai, 10 bis 17 Uhr. Führungen können unter Telefon 0 56 57/9 89 10 und 0 56 57/71 78 vereinbart werden.

Von Stefanie Müller

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