Partnerschaftsverein Wehretal fährt eine Woche in die Normandie und die Ungarn sind mit dabei

Drei Partnerorte feiern ihre Freundschaft

Reichensachsen. Wehretal pflegt bereits im 20. Jahr durch seinen „Partnerschaftsverein Wehretal“ enge Freundschaften mit vier Gemeinden in der Normandie und seit 2007 mit Gant, einer Gemeinde am ungarischen Vertesgebirge. Die letztgenannte Partnerschaft hatte aber schon einen jahrelangen aktiven Vorlauf.

Der Partnerschaftsverein Wehretal ist eine lebendige Gemeinschaft. Vor allem das Anliegen des friedlichen und des freundlichen Miteinanders wird aus Überzeugung gepflegt. Und diese Pflege der Beziehungen erfolgt über gegenseitige Besuche. Dafür werden Autobusreisen über knapp tausend Kilometer bis in die Normandie und fast genauso weit in das ungarische Vertesgebirge vorgenommen. Im Jahr darauf rollt der französische Bus und auch der ungarische in Richtung Wehretal.

Wehretal hat inzwischen einen „Platz der Normandie“, hier gibt es auch einen Boule-Spielplatz, wo das berühmte französische Spiel von jedermann gespielt werden darf. In Bellou-en-Houlme existiert ein großes Gemeindezentrum an einem zentral gelegenen Platz, der auf Französisch „Place de Wehretal“ heißt.

Reichensachsen besitzt seit einem Jahr auch einen Gedenkstein, der in der Nähe von Schule und Kindergarten aufgestellt wurde und die Verbundenheit mit Gant symbolisiert.

Im August 1989 machten sich Dorothea und Hartmut Henkelmann mit ihrem 15-jährigen Sohn Reinhardt auf den Weg nach Bellou-en-Houlme, um dort Huguette und Gerard Bertrand mit ihren beiden Töchtern Estelle und Emanuelle zu besuchen.

Huguette Bertrand war bereits im Jahr zuvor mit Paul Pöplau in Wehretal gewesen und hatte Hartmut Henkelmann und Bürgermeister Otto Richter ihr Interesse an einer Partnerschaft zwischen Bellou-en-Houlme und Wehretal gezeigt.

Am 1. November 1991 fand im Bürgerhaus in Reichensachsen die konstituierende Sitzung des Partnerschaftsvereines Wehretal statt. Theo Seibert hatte zusammen mit dem Partnerschaftskomitee der Gemeinde die Satzung des neuen Vereines erarbeitet, in der ausdrücklich betont ist, dass der Verein auch für andere Partnerschaften offen ist.

Als Vorsitzender wurde Alfred Ingrisch gewählt, seine Stellvertreterin heißt „Dorle“ Henkelmann. Kassierer Norbert Claus und Schriftführerin Ellen Siebert komplettieren das Führungsgremium.

Schon zu Ostern 1992 fuhren mehrere Mitglieder des Vorstandes in die Normandie, um das große Partnerschaftsfest und die Unterzeichnung der Urkunden vorzubereiten.

Die Initiatoren „Dorle“ und Hartmut Henkelmann sind immer noch dabei, wenn morgen 103 Personen die weite Reise mit zwei Bussen und Privatwagen antreten. In Reims/Champagne wird zwischenübernachtet. Mit dabei sind, und darüber freut sich der Vorsitzende Alfred Ingrisch natürlich besonders, elf Ungarn aus Wehretals Partnergemeinde Gant - an der Spitze Bürgermeisterin Ibolya Spergel-Radl. Dies wurde erst möglich, weil die Mitglieder, Gemeindevertreter und Gemeindevorstand viele Euro gespendet haben, damit die Ungarn überhaupt diese weite Reise finanzieren können. Sie legen immerhin eine Strecke von zwei mal 2000 Kilometer zurück. Natürlich ist der Wehretaler Bürgermeister Jochen Kistner ebenso mit von der Partie wie die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Heike Nölke.

Ein umfangreiches Programm erwartet die Deutschen und Ungarn in der Normandie. Das Jubiläum wird aus Kostengründen nur einmal in der Normandie gefeiert. (WR)

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