Den Abschied gestalten

Bestattungen in individuellen Urnen im Ruheforst Werraland gefragt

Betreibt den Ruheforst Werraland seit vier Jahren erfolgreich: Alexis Prinz von Hessen. Die Asche der Verstorbenen wird auf dem Iberg in biologisch abbaubaren Urnen beigesetzt und nach und nach eins mit dem jeweils ausgewählten Baum. Foto: Spanel/Archiv

Herleshausen. Der letzte Weg eines Menschen ist vorgeschrieben – er endet auf dem Friedhof. Für die Gestaltung des Behältnisses, in dem der Tote bestattet wird, gibt es dagegen wenige Vorschriften, weiß Alexis Prinz von Hessen.

Der 38-Jährige betreibt seit genau vier Jahren den Ruheforst Werraland auf dem Iberg bei Herleshausen und beobachtet, dass Individualität bei der Urnenauswahl immer wichtiger wird.

„Schon das Aussuchen der passenden Urne spendet den Angehörigen Trost“, sagt von Hessen, der jede Trauergesellschaft auf Wunsch berät, vor der Bestattung am Ruheforst empfängt, die Urne trägt und das Grab verschließt. Er erinnere sich beispielsweise gut an einen Verstorbenen, der das Reisen liebte. „Die Familie wählte beim Bestatter eine bunt gestaltete Urne mit Wellenmotiven und einem stilisierten Sonnenaufgang“, sagt der 38-Jährige. „Für die Angehörigen verkörperte genau dieses Behältnis den Verstorbenen und nahm ihnen etwas den Schmerz.“

Nur natürliche Materialien

Oft würden die Urnen von den Trauernden gleich selbst hergestellt. „Das ist zwar ungewöhnlich, aber ohne Weiteres möglich“, sagt der Herleshäuser, „solange dabei nicht gegen die Friedhofssatzung und das Bestattungsrecht verstoßen wird.“

Individuell gestaltet: Die Angehörigen wählten eine grüne Urne mit goldenem Baum – passend zum Wald, der großen Passion des Verstorbenen. Foto: von Hessen/privat

Für den Ruheforst bedeute das, dass ausschließlich natürliche Materialien verwendet werden dürften; Nägel, Schrauben sowie chemische Farben und Lacke sind verboten. Statt Scharniere müssen Seile Deckel und Körper der Urne zusammenhalten. Die 28 Zentimeter hohe Aschenkapsel, in die Namen und Daten des Toten eingraviert sind, werde grundsätzlich vom Krematorium gestellt.

„Für die Außengestaltung werden dann beispielsweise kleine Baumstämme gewählt, die ausgefräst werden“, sagt von Hessen. Die Wahl des Baumes sei bezeichnend für das Leben des Verstorbenen – die gerade gewachsene Eiche etwa symbolisiere die Standhaftigkeit des Toten im Leben.

• Alexis Prinz von Hessen bietet regelmäßige Führungen und Beratungen an. Die Termine sind im Internet unter www.werraland-ruheforst.de abrufbar.

Von Emily Spanel

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