Bahnhof öffnet seine Türen

Neuer Verein stellt sich vor: Spätheimkehrer sind das Thema

Seltene Einblicke: Besucher bekommen nicht nur seltene Einblicke in die Geschichte Herleshausens, sondern auch ins Innere des Bahnhofsgebäudes. Foto: Konopka

Herleshausen. Das Herleshäuser Bahnhofsgebäude öffnet seine Türen: Pünktlich zum 60. Jahrestag der Ankunft des ersten Spätheimkehrerzuges möchte sich der im Sommer gegründete Verein „GrenzBahnhof für Zeitgeschichte Herleshausen“ am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober, der Öffentlichkeit präsentieren. Dazu haben die Verantwortlichen ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt.

Die Spätheimkehrer

Im Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes soll eine Dauerausstellung entstehen, die an das Schicksal der Spätheimkehrer und ihrer Familien erinnert. Das teilt Kristina Bayer vom Verein GrenzBahnhof für Zeitgeschichte Herleshausen mit. „Fast 8000 Kriegsgefangene haben am Bahnhof Herleshausen nach Jahren der Entbehrung wieder heimatlichen Boden betreten“, sagt Bayer. Zehntausende von Angehörigen seien in dieser Zeit in die Gemeinde gekommen, um nach Vermissten zu suchen und auf deren Rückkehr zu warten.

Die Ausstellung

Im Zuge seiner ersten Ausstellung präsentieren die Mitglieder des Vereins am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober, Film- und Fotoausstellungen im ehemaligen Wartesaal des historischen Bahnhofsgebäudes. Unter anderem zu sehen sind die Aufzeichnungen der damaligen Rotkreuzleiterin Ingeborg Riebe, die für die logistische Meisterleistung der Versorgung der Ankommenden das Bundesverdienstkreuz erhielt.

Der Verein

Am Samstag, 10. Oktober, werden die Vereinsmitglieder ihr Konzept zur weiteren Gestaltung des Bahnhofsgebäudes, des Bahnhofsumfeldes sowie weitere Projekte erläutern. Vorgesehen sind laut Sprecherin Kristina Bayer unter anderem Ausstellungen zu den Themen „Grenze und Grenzübergang“ sowie zur besonderen Stellung des Bahnhofs Herleshausen als Ostbahnhof im Westen“.

Die Zeitzeugen

Mit einem Kirchspielgottesdienst ab 11.15 Uhr im ehemaligen Wartesaal beginnt der Sonntag, 11. Oktober. Die Predigt wird Prädikant Wolf-Arthur Kalden aus Wanfried halten, dessen eigener Vater als Spätheimkehrer in Herleshausen angekommen ist. Von ihm liegen persönliche Aufzeichnungen vor. Ab 14 Uhr werden die beiden Spätheimkehrer Werner Minkenberg aus Bebra sowie Adolf Kemper aus Gersfeld (Rhön) über ihre Erinnerungen berichten. Sibyl Knickenberg aus Münster, die als Elfjährige ihrem Vater, Dr. Ludwig Krabbe, am Bahnhof Herleshausen erstmals begegnete, wird aus der Perspektive einer Angehörigen ihre Eindrücke wiedergeben.

Die Gäste

Die Veranstalter bitten diejenigen, die sich an die Ankunft der Spätheimkehrerzüge erinnern können und Erinnerungsstücke zuhause aufbewahren, diese mitzubringen. Es wird eine freie Wand zur Verfügung stehen, an denen Dokumente, auch zu den Themen Grenzübergang und Bahnhofsgeschichte, angebracht werden können.

Von Emily Spanel

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