Beschwerden nach Sperrung der B 400 in Höhe der Blinden Mühle

Unhausen. Rund eine Woche ist die Bundesstraße 400 zwischen der Unhäuser Höhe und dem Abzweig Blinde Mühle voll gesperrt - und die Beschwerden mehren sich. Ein Grund: Vermehrt donnern jetzt Lastwagen durch die Orte.

Die Fahrbahnreparatur unter Federführung von Hessen Mobil gliedere sich „nahtlos in das bereits seit Monaten herrschende Verkehrschaos ein“, heißt es etwa in einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. „Lange Strecken bis zur Arbeitsstätte“ müssten die Berufstätigen nun durch „die Vielzahl der Baustellen zur gleichen Zeit“ auf sich nehmen.

Den Vorwurf der Fehlplanung will sich Hessen Mobil nicht gefallen lassen: „Bei den Arbeiten handelt es sich um eine dringend notwendige Sanierung“, teilt Annette Kümpel mit. Die Straße weise in dem betroffenen rund drei Kilometer langen Abschnitt erhebliche Risse, Spurrinnen und Versprödungen auf. „Die Arbeiten wurden im Vorfeld mit allen Beteiligten, wie etwa der Verkehrsbehörde, der Gemeinde, Polizei und dem Nahverkehr, intensiv abgestimmt“, sagt Kümpel. Weil die offizielle Umleitungsstrecke über die Autobahn 4 führe, hätten für die Zeitplanung besondere Kriterien - wie etwa das Verkehrsaufkommen zu Ferienzeiten - angewendet werden müssen.

Für die Herleshäuser sei die Umleitung zwar mit einem ärgerlichen Zeitverlust verbunden - doch halte dieser sich in Grenzen, sagt Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld: „Eisenach, Eschwege und Sontra sind nach wie vor gut zu erreichen.“

Der Bürgermeister macht indes ein anderes Problem aus: Nicht alle Lastwagenfahrer halten sich an die ausgeschilderte offizielle Umleitungsstrecke. Statt die Autobahnabfahrt Obersuhl zu nutzen, donnert der Schwerlastverkehr verstärkt durch die Orte Nesselröden und Markershausen in Richtung Ringgau. „Vermutlich werden die ortsunkundigen Fahrer durch Navigationssysteme fehlgeleitet“, sagt Scheld, der in engem Kontakt zu den Ortsvorstehern steht. Versucht werde nun, die Kreisstraße ab Nesselröden zu sperren - dieses Vorhaben habe das Straßenverkehrsamt aber bislang abgelehnt.

Hessen Mobil vermeldet unterdessen, dass der Zeitplan derzeit übererfüllt werde: Statt der bisher anvisierten sechs soll die Vollsperrung nur fünf Wochen aufrechterhalten werden.

Kommentare