Brunnen hat die Krone auf

Herleshäuser pflegen mit Brunnenkrone und Hasenpfad ihre Osterbräuche

Foto: Spanel

Herleshausen. Eine wahres Schmuckstück ziert seit gut zwei Wochen wieder den Anger vor der Herleshäuser Gemeindeverwaltung: die Osterkrone, die rund um das Auferstehungsfest traditionell zum Gemeindebild gehört.

Gut 100 Arbeitsstunden hat die Projektgruppe Osterkrone, bestehend aus 20 ehrenamtlichen Helfern, allein im vergangenen Monat investiert, um die prächtige Krone zu fertigen.

In kräftigem Rot, leuchtendem Gelb und reinem Weiß scheinen die Eier nun zwischen den immergrünen Zweigen hervor. „Alle diese Farben haben eine Bedeutung“ erklärt Karin Germeroth aus Herleshausen und Mitglied der Projektgruppe. „In der christlichen Tradition stehen sie für den Märtyrertod Christi, Licht und Reinheit“, sagt Germeroth. Buchs- und Lebensbaum symbolisierten den wiederkehrenden Rhythmus der Natur.

Auch das massive Grundgerüst der Herleshäuser Krone ist eine kleine Besonderheit, denn es wurde eigens für die Gemeinde geschmiedet. „Das Gestell wurde ganz genau auf die Proportionen des Brunnens am Anger angepasst“, sagt Germeroth.

Um das Geld für die Schmiedearbeiten zusammenzutragen, verkaufte die Projektgruppe Kuchen und Würste bei Gemeindefesten. Auch Spenden halfen weiter. Die Mühe hat sich gelohnt, denn seit nunmehr sechs Jahren erfreuen sich die Herleshäuser an der liebgewonnenen Ostertradition. Bis nach den Feiertagen soll die Krone noch den Brunnen zieren, dann wird sie mit einem Lastkran abgehoben und sicher bis zum nächsten Jahr verwahrt.

Genauso lange wird auch der Herleshäuser Osterpfad noch zu bewundern sein. Vom Anger über die Sackgasse, über die Lauchröder Straße und die Hintergasse bis hin zur Ecke Goldgraben/Waldstraße wird die Ostergeschichte mit selbstgebastelten Hasenfiguren nachgestellt. Über drei Monate haben Manuela und Uwe Hornig, Manfred Müller und Karl Meister bei unzähligen Treffen mit viel Liebe zum Detail fleißig gebastelt und den letztjährigen Hasenpfad um zahlreiche Motive erweitert.

„Wir wollten in erster Linie Kinder ansprechen“, sagt Manfred Müller. Im vergangenen Jahr sei der Osterpfad aber auch bei den Erwachsenen so gut angekommen, dass man den Herleshäusern wieder eine Besonderheit habe bieten wollen. „An jedem Abend werden die Hasenkinder wieder von ihren Gastgebern in den Stall gebracht“, sagt Mülller mit einem Lächeln. So würden die Figuren vor Wind, Wetter und Diebstahl geschützt – und könnten die Einwohner Herleshausens auch in den kommenden Jahren wieder erfreuen.

Von Emily Spanel

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