Herleshausen ehrt 38 bislang unbekannte Sowjetsoldaten, die in Gefangenschaft umkamen

Einen Namen für die Toten

68 Jahre nach Kriegsende tauchten die Namen von 38 sowjetischen Kriegsgefangenen wieder auf, die 1941 und 1942 in einem Lager in Herleshausen ums Leben kamen. Am Montag wird ein Gedenkstein für sie enthüllt. Foto: privat

Herleshausen. Am 28. August 1942 und ergänzend am 27. Oktober des gleichen Jahres meldete Karl Fehr, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Herleshausen, pflichtgemäß dem Wehrmachtsstandortältesten in Eschwege den Tod von 38 sowjetischen Kriegsgefangenen, die in der Zeit vom Oktober 1941 bis Oktober 1942 in Herleshausen im Lager an der Straße nach Frauenborn gestorben waren.

Die aufgelisteten Namen der Toten, die von der Wehrmacht am, beziehungsweise „beim, vorm, neben dem“, hiesigen Judenfriedhof beigesetzt wurden, erschienen später nicht in der amtlichen Gräberliste und gerieten in Vergessenheit.

Durch einen Zufall wurden kürzlich die Durchschriften der Berichte von Karl Fehr im Archiv der Gemeinde Herleshausen entdeckt. Dank der Unterstützung durch die Stiftung Sächsischer Gedenkstätten (Dresden), in Zusammenarbeit mit dem Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk (50 Kilometer südlich von Moskau), war es möglich, die Kriegsgefangenenkarteikarten der 38 Soldaten und damit den Nachweis über deren Tod in Herleshausen zu bekommen.

In feierlichem Rahmen sollen den Toten ihren Namen auf einem Gedenkstein zurückgeben werden, der neben den Gräbern der nach ihnen in dem dann zum Ersatzlazarett umfunktionierten Lager gestorbenen 1597 sowjetischen Soldaten aufstellen wird. Die feierliche Einweihung des Gedenksteines am komenden Montag um 15 Uhr, wird Regierungspräsident Walter Lübcke in Anwesenheit einer Angehörigen aus Russland vornehmen.

Gleichzeitig soll neben der offiziellen Übergabe der Ergänzung zur „Amtlichen Gräberliste“ der Reservistenkameradschaft Südringgau (Herleshausen) die Patenschaftsurkunde zur Pflege der Sowjetischen Kriegsgräberstätte überreicht werden.

Da am Friedhof nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen, werden die Gäste gebeten, vom ehemaligen Gutshof (Karl-Fehr-Straße) aus zum Friedhof zu laufen. Für Gehbehinderte werden Fahrgelegenheiten bereitgestellt.

Die Stadtverwaltung Herleshausen bittet: Es wäre eine nette Geste, wenn jeder Gast eine Nelke mitbringt und diese als Zeichen der Versöhnung zwischen den Völkern nach der Veranstaltung an einem der vielen Grabplatten auf der Kriegsgräberstätte niederlegt .

Kommentare