Einsatz auf Straße, Gleis und Fluss

Wehr Herleshausen stemmt Bündel an Herausforderungen

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Fühlen sich für kommende Aufgaben gut gerüstet: (von links) André Popp (stellvertretender Wehrführer), Vereinsvorsitzender André Fehr, Gemeindebrandinspektor Udo Schulz sowie Wehrführer Mario Mißler.

Herleshausen. Die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Herleshausen sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Keine andere Wehr im Werra-Meißner-Kreis muss zusätzlich zum Tagesgeschäft sowohl einen 24 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 4 abdecken, den Brandschutz an einem Teilstück der ICE-Strecke gewährleisten und auch noch stets für Einsätze an der Werra gerüstet sein.

Im Zuge des voranschreitenden Ausbaus der Autobahn 44 wartet nun eine weitere Herausforderung auf die Aktiven: die Tunnelbrandbekämpfung.

„Wir haben einen enormen Schulungsbedarf“, sagt Gemeindebrandinspektor Udo Schulz. Auch wenn die A44-Tunnel nicht im Gemeindegebiet liegen, müsste die Wehr Herleshausen im Brandfall mit ausrücken. „Einsätze im Tunnel sind so komplex, dass eine Wehr allein sie nicht stemmen kann“, erklärt Schulz. Trete der Notfall beispielsweise auf Wehretaler Gemeindegebiet ein, sei auch die Wehr Herleshausen gefordert.

„Derzeit treffen wir uns einmal pro Woche zu Schulungen und Übungen“, sagt Wehrführer Mario Mißler. Üblich seien solche Treffen sonst nur alle zwei bis vier Wochen. Auch ein anderes Problem treibt die Brandschützer um: „Derzeit rüstet der Werra-Meißner-Kreis auf Digitalfunk um“, sagt Mißler. „Aufgrund der Nähe zu Thüringen, wo noch nicht umgestellt wird, muss Herleshausen zusätzlich den analogen Funk beibehalten.“ Die 35 Aktiven müssten daher beidseitig ausgebildet werden, was wiederum doppelte Kosten für die Gemeinde bedeute.

Generationswechsel vollzogen

Um die Herkulesaufgabe zu stemmen, ist eine gute Organisation gefragt. „Vor zwei Jahren haben wir einen Generationswechsel vollzogen“, sagt Mißler. Der habe sich bislang bestens bewährt: „Die Aufgaben sind nun auf mehreren Schultern verteilt. Jeder weiß ganz genau, was er zu tun hat.“

Im Zuge der Verjüngung sei im März vergangenen Jahres auch die Internetseite (www.ffw-herleshausen.de) online gegangen. Damit verlaufe der Informationsfluss viel reibungsloser. „Wir wollen mit all unseren Aufgaben immer am Nabel der Zeit bleiben“, sagt Udo Schulz. „Denn Stillstand bedeutet Rückgang.“

Von Emily Spanel

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