Erste Phase abgeschlossen

Fragen und Antworten zum Modellprojekt „Energetische Quartierssanierung“

Umweltfreundliche Alternative zu Gas und Öl: das Heizen mit Pellets. Bei der Wärmeversorgung der einzelnen Quartiere spielen Überlegungen zu Pellets eine große Rolle – konkrete Projekte, Standorte oder Kosten sind jedoch noch nicht bekannt. Symbolfoto: Archiv

Herleshausen. In Sachen effiziente Energieversorgung nimmt der Werra-Meißner-Kreis eine Vorreiterrolle ein: Mit dem Modellprojekt „Energetische Quartierssanierung“ sollen konkrete Projekte vor Ort geschaffen und von lokalen Akteuren umgesetzt werden. Die Ergebnisse der ersten Projektphase wurden nun in Herleshausen vorgestellt.

? Was verbirgt sich hinter der kryptischen Bezeichnung „Quartier“?

! Der Begriff „Quartier“ beschreibt ein Stadt- oder Wohnviertel. Bei dem Modellprojekt wird der Fokus weg vom Einzelgebäude, hin zum Quartier verlagert. Das hat den Vorteil, das umfassende und auf die lokalen Gegebenheiten angepasste Projektpakete geschnürt werden können. Zudem können so entstehende Synergieeffekte besser genutzt werden.

? Welche Kommunen des Kreises sind betroffen? 

! Im vergangenen Jahr sind Energiebedarf, bauliche und soziale Aspekte in den Kommunen Eschwege, Großalmerode, Herleshausen, Meißner, Ringgau und Witzenhausen betrachtet worden. Mitarbeiter der projektbeteiligten Büros – der Klima und Energieeffizienz Agentur (KEEA), der NH ProjektStadt und Seeger Engineering – haben zunächst die Bestände erfasst und die Ergebnisse kartiert.

? In welcher Phase befindet sich das Projekt derzeit? 

! Die sogenannte Konzeptphase ist abgeschlossen. Das heißt, die Bestände sind erfasst, eine umfangreiche Datengrundlage ist angelegt. Außerdem haben die Mitarbeiter in den vergangenen Monaten verstärkt den Kontakt mit den Bürgern in den jeweiligen Quartieren gesucht. „Bei der Entwicklung von Ideen sind die Beteiligten ausdrücklich angesprochen“, sagt Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann. Lokale Akteure mit dem Wissen um örtliche Gegebenheiten, Vernetzungen, Chancen und Potenziale tragen ausschlaggebend zum Gelingen des Vorhabens bei, so Wallmann. Konkrete Planungen gibt es allerdings noch nicht. Auch die Finanzierung eventueller Umsetzungen ist nicht geklärt. Bislang wurde das Vorhaben im Zuge des KfW-Förderprogramms „Energetische Stadtsanierung“ und vom Land Hessen unterstützt.

? Wie profitiert der Einzelne von der „Energetischen Quartiersanierung“? 

! Beispielsweise könnten die Bürger Vorortberatungen zum Thema Energieeffizienz durch einen Quartierslotsen in Anspruch nehmen. Auch könnten die Angebote zur solaren Mobilität und zum Wohnen im Alter verbessert werden. Im Falle von Herleshausen könnte die anfallende holzige Biomasse, die derzeit ungenutzt abgefahren wird, für die Wärmegewinnung innerhalb des Quartiers genutzt werden.

Von Emily Spanel

Kommentare