Neue Wege zur Dorfentwicklung

Erhard Hasselbach referiert vor der Gemeindevertretung

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Herleshausen Demografischer und sozioökonomischer Wandel stellen zahlreiche Städte und Gemeinden in Hessen, besonders im ländlichen Raum vor große Herausforderungen.

Nach den Vorstellungen der Landesregierung sind deshalb eine ganzheitliche kommunale Strategie und ein abgestimmtes Handeln aller am kommunalen Entwicklungsprozess beteiligten Personen erforderlich.

„Die Dorfentwicklung in Hessen unterstützt die Kommunen bei den notwendigen Anpassungsprozessen und verändert dabei ihre bisher auf einzelne Dörfer bezogenen Förderangebote“, sagte Erhard Hasselbach von der Stabsstelle Demografie, Dorf- und Regionalentwicklung beim Landrat des Werra-Meißner-Kreises, am Dienstagabend vor dem Parlament der Gemeinde Herleshausen.

Da laut Hasselbach die Konzept- und Verfahrensebene Stadt-/Ortsteil für die Auseinandersetzung mit den Problemen des demografischen Wandels zu klein ist, umfasst die Förderebene der Dorfentwicklung zukünftig den gesamten Bereich ländlich geprägter Kommunen. Die kommunale Gesamtstrategie muss Aussagen darüber treffen, wie Nahversorgung und Infrastruktur gesichert werden können und welche Funktionen die einzelnen Stadt- und Ortsteile zu erfüllen haben.

„Um die Vielfalt dörflicher Lebensformen, das bau- und kulturgeschichtliche Erbe sowie den individuellen Charakter der hessischen Dörfer zu erhalten, sollen die Innenentwicklung gestärkt, die Energieeffizienz gesteigert und der Flächenverbrauch verringert werden“, so der Experte von der Dorf- und Regionalentwicklung. Hasselbach versuchte, den Abgeordneten das Projekt schmackhaft zu machen, zeigte zahlreiche Vorteile auf, die der Kommune dadurch erwachsen.

Als Gemeinde mit zehn Ortsteilen könnte Herleshausen mit einer Million Euro als Sockelbetrag rechnen. In Einzelfällen steht noch ein Zusatzbudget zur Verfügung. Im kommunalen Bereich beläuft sich die Regelförderung auf 70 bis 75 Prozent pro Projekt, im privaten Bereich auf 35 Prozent der Nettokosten. „Die Dorfentwicklung mit Mehrwert stellt hohe Ansprüche an die politischen Entscheidungsträger der Kommune. Sie muss den Konsens innerhalb der einzelnen Ortsteile suchen“, blickte Hasselbach voraus und wies darauf hin, dass eine Aufnahme in das Programm bereits in 2017 erfolgen könnte.

Von Dieter Möller

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