In Unhausen regt sich Protest, da bei der A-44-Brücke kein Lärmschutz eingeplant ist

Fledermäuse gehen vor

Schützenswert: Das große Mausohr war schon oft Anlass zur Klage gegen die Autobahn 44. Für die Tiere soll es an der künftigen Talbrücke Breitzbach bei Unhausen eine Schutzwand geben. Eine Lärmschutzwand hingegen ist nicht eingeplant. Foto: Archiv

Unhausen. Ist der Schutz der Fledermäuse wichtiger als der Lärmschutz für Menschen? Diese Frage stellen sich derzeit die Einwohner des Herleshäuser Ortsteils Unhausen. Entlang der 179 Seelengemeinde soll künftig die 250 Meter lange Talbrücke Breitzbach der Autobahn 44 führen. Die Planungen zur Brücke beinhalten auch eine Schutzwand für Fledermäuse, Lärmschutz für die Anlieger hingegen sucht man vergebens. Deshalb haben sich einige Unhäuser mit Einwendungen an das Regierungspräsidium Kassel (RP) gewandt, die allerdings allesamt abgelehnt wurden. In der Begründung des RP heißt es: Die Ergebnisse der schalltechnischen und lufthygienischen Untersuchungen würden die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte nicht überschreiten. Ein Anspruch auf Anordnung von Schallschutzmaßnahmen sei somit nicht begründbar.

Für die Unhäuser ist das ein Schlag ins Gesicht. „Wir wollen uns nun wehren, denn wenn die Brücke erst einmal steht, bekommen wir nachträglich sicherlich keinen Schallschutz mehr“, sagt Wolfgang Busch. Er hat zusammen mit Guido Wagner bereits 70 Unterschriften im Ort gesammelt, die sie in der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Herleshausen überreichen wollen. „Wir hoffen nun auf politische Unterstützung“, sagt Busch. „Das ist unsere letzte Hoffnung.“

Busch gehört auch einer Klagegemeinschaft gegen die A44 an. Allerdings glaubt er nicht, dass man den Abschnitt bei Unhausen noch verhindern könne. „Aber für den Lärmschutz können wir uns noch stark machen“, sagt er. Immerhin würde diese Autobahn mit ihren vielen Brücken und Tunneln so viel Geld kosten, dass doch ein Schallschutz auf der Brücke möglich sein müsse.

BUND prüft Klage

Nach Auskunft des Hessischen Verkehrsministeriums liegt das Baurecht für den Abschnitt - Verkehrskosteneinheit 60 - bereits vor. „Allerdings haben wir den Sofortvollzug teilweise ausgesetzt, da der BUND noch eine Klage prüft“, sagt Pressesprecher Wolfgang Harms.

Von Diana Rissmann

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