Im Fluss versenkt

Posse um abgerissene Poller an der Werrabrücke

Nur ein Loch in der Straße ist übrig: Unbekannte haben insgesamt vier Absperrpfosten illegal abgerissen und in die Werra geworfen. Autofahrer haben nun freie Fahrt – und könnten Fußgänger und Radfahrer gefährden. Fotos: Spanel

Herleshausen. Eine regelrechte Posse um zwei Poller sorgt derzeit für Wirbel an der Werraaue in Herleshausen: Unbekannte haben die rot-weißen Absperrpfosten, die jeweils auf Lauchröder und Herleshäuser Seite der Werrabrücke im Boden verankert sind, abmontiert – und in der Werra versenkt. Eine Anzeige ist bereits gestellt, die Polizei ermittelt.

„Die Aktion ist kein Dumme-Jungen-Streich mehr“, sagt Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld. Mithilfe der Poller würde normalerweise die Verkehrssicherheit gewährleistet – doch wenn nun etwas passiere, drohten strafrechtliche Konsequenzen. „Normalerweise sperren die Poller die Werrabrücke“, erklärt Scheld. So solle der permanente Durchgangsverkehr verhindert werden. Die Werraauen sind nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Fußgänger und Wanderer – auch ein überregionaler Radweg passiert die idyllische Landschaft. „Ohne die Poller werden gefährliche Situationen geradezu heraufbeschworen“, sagt Scheld.

Von der Werrabrücke aus gut sichtbar: Einer der vier abgerissenen Poller. Wegen der starken Strömung bleiben alle am Grund liegen.

Den Vandalismus bemerkt hatten Herleshäuser Bürger zum ersten Mal vor rund drei Wochen. Auf Drängen von Scheld sowie seiner Amtskollegen, Ortsbürgermeister Uwe Müller und Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung, wurden sofort neue Absperrungen installiert – doch auch diese treiben nun in der Werra. „Dabei waren alle vier Poller mit einem Dreikant gesichert“, sagt Scheld.

Wegen der starken Strömung und dem zurzeit hohen Wasserstand der Werra könne man die Pfosten nicht bergen; weitere Ersatzpoller gibt es auch nicht. „Die Situation ist wohl erstmal nicht zu ändern“, sagt Scheld kopfschüttelnd.

Ärger um die Poller an der Werrabrücke gibt es nicht zum ersten Mal: Bereits im Sommer hagelte es Beschwerden. Damals wurde die Brücke vorübergehend wegen Bauarbeiten in Lauchröden geöffnet. „Das war nötig, damit die betroffenen Anwohner von ihren Grundstücken fahren konnten“, sagt der Bürgermeister. Damals hätten sich viele Spaziergänger an dem hohen Verkehrsaufkommen gestört. In der Konsequenz wurde die Brücke wieder geschlossen.

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