Generationen im Gespräch

Schüler stellen Projekt im Museum für Spätheimkehrer vor 

Stellten ihre Rechercheergebnisse in Herleshausen vor: (von links) Larissa Lichau, Melina Hildebrandt, Werner Minkenberg, Hannah Seeger und Michael Dölle. Foto: privat/nh

Herleshausen. Die Ankunft der „letzten Zehntausend“, die aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurden und zwischen Oktober 1955 und Januar 1956 in Herleshausen heimatlichen Boden betraten, hat eine Schülergruppe des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Eschwege beschäftigt.

Die Ergebnisse ihrer Recherchen – etwa die Hintergründe und Folgen der Moskaureise für die schwierige Annäherung der beiden deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg – stellten die Schülerinnen Larissa Lichau, Melina Hildebrandt und Hannah Seeger nun im Herleshäuser Spätheimkehrermuseum vor Publikum vor.

Dabei kamen sie mit zwei Zeitzeugen ins Gespräch: Elmar Bode erlebte den Zug der Spätheimkehrer durch Eschwege als Kind. Die Eindrücke, die dieses Erlebnis hinterließ, gaben den Anstoß, das Thema in die AG Politik und Wirtschaft einzubringen. Der inzwischen 91-jährige Werner Minkenberg aus Bebra machte am 16. Dezember 1955 als Spätheimkehrer in Herleshausen nach elfeinhalb Jahren Gefangenschaft seine ersten Schritte in die Freiheit. Er schilderte, wie er in Herleshausen nach Jahren unvorstellbarer Entbehrungen erstmals wieder menschliche Zuwendung in Form von Blumen und dem Gesang eines Kinderchors erfuhr.

Der Grund für die Beschäftigung mit den Spätheimkehrern sei vor allem die Tatsache, dass das Kapitel beinahe „in Vergessenheit geraten“ sei, so der leitende Politiklehrer Michael Dölle. Auch der Umgang mit den Heimkehrern in den beiden deutschen Staaten sowie deren durch ihre schwere Traumatisierung bedingte schwierige Lebenssituation wurden thematisiert.

„Das lebendige Gespräch zwischen Betroffenen der verschiedenen Generationen liegt uns besonders am Herzen“, sagten die beiden Vorsitzenden des Museumsvereins Herleshausen, Dieter Heuckeroth und Dr. Kristina Bayer. (red/esp)

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