Mit Gespür für die Historie

Herleshäuser Ehepaar zeigt sein Haus zum Tag des offenen Denkmals

Ausgezeichnet: Die liebevoll sanierte historische Hofanlage an der Schulstraße 3 in Herleshausen wurde im vergangenen Jahr mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis prämiert. Foto: Spanel

Herleshausen. Handwerk, Technik, Industrie: Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, werden gezielt die identitäts- und kulturstiftenden Faktoren einer Region in den Mittelpunkt gerückt. Ein Thema wie gemacht für die Gemeinde Herleshausen mit ihren zahlreichen, gut erhaltenen Fachwerkbauten.

Sein Denkmal öffnen wird auch das Ehepaar Karin Germeroth und Siegfried Manß-Germeroth: Im vergangenen Jahr erhielten sie als Anerkennung für die vorbildliche und denkmalgerechte Sanierung ihrer Hofanlage an der Schulstraße 3 den undotierten Hessischen Denkmalschutzpreis – als einziges Objekt im Raum Nordhessen. „Das Haus, das sich seit Generationen im Besitz meiner Familie befindet, stammt aus dem 18. Jahrhundert“, sagt der pensionierte Oberstudienrat Manß-Germeroth. Die angrenzende Scheune sei im 19. Jahrhundert errichtet worden. Vor gut zehn Jahren begann das Paar schließlich mit der Erneuerung der Dächer; viele weitere Sanierungsschritte, stets begleitet durch das Landesamt für Denkmalpflege und die Propstei Johannesberg, folgten.

„Das Fachwerk wurde erneuert, eine Innendämmung aus Lehm angebracht und sämtliche historische Ausbauteile wie die Goetheglas-Fenster oder Türen erhalten“, sagt die Soziologin Karin Germeroth. Im Haus sind zahlreiche sogenannte Sichtfenster freigelegt und geschmackvoll in das Gesamtbild eingebunden. Die Fenster zeigen die Original-Wandfarben aus der Entstehungszeit der Hofanlage.

Besonders stolz ist Germeroth auf die historische Deckenbemalung der Stube, die sie eher zufällig entdeckt hat. „Restauratoren haben das filigrane Muster 14 Tage lang nachgearbeitet“, sagt die Herleshäuserin. Doch die Mühe habe sich gelohnt – schließlich solle das historische Erbe erhalten werden. „Und das“, so Manß-Germeroth, „erfordert viel Sensibilität und Gespür.“

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