Projekt der Jugendförderung des Kreises in Herleshausen

In „Happyhausen“ haben Kinder das Kommando

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In „Happyhausen“ haben Kinder das Kommando

Herleshausen. In Herleshausen haben 44 Kinder das Kommando übernommen: Auf dem Sportplatz der Gemeinde haben die Jüngsten ihre eigene Stadt errichtet. Noch bis Samstag simulieren die Kinder das städtische Leben.

Karlotta ist erst seit Dienstag in Amt und Würden, hat aber bereits am Mittwoch alle Hände voll zu tun. „Etwas stressig“ sei der Job als Bürgermeisterin Happyhausens ja schon, sagt das brünette Mädchen. Kein Wunder – nimmt das frisch gewählte Oberhaupt der Kinderstadt ihre Aufgaben doch sehr ernst. Und 43 Mitbürger haben schließlich so ihre Ansprüche: Häuser müssen gebaut und Jobs vergeben werden, ein funktionierender Polizeiapparat will auch erst einmal aufgebaut und die Bankgeschäfte angekurbelt werden.

In „Happyhausen“ haben Kinder das Kommando

Zusätzlich zum Tagesgeschäft steht für Karlotta am Mittwochmorgen der Antrittsbesuch ihres Amtskollegen, Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld, an. Und der hat auch gleich ein silbern glitzerndes Geschenk im Gepäck: die Amtskette. „Schließlich muss Happyhausen auch angemessen repräsentiert werden“, sagt Scheld mit einem Lächeln.

In diesem Jahr hat die Ferienaktion „Kinderstadt“ der Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises ihre Zelte in der Gemeinde Herleshausen aufgeschlagen. Seit Wochenbeginn planen, bauen und verwalten die 44 Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren ihre eigene Stadt auf dem Gelände des Sportplatzes. Und auch die politische Struktur ist selbst gewählt: „Die Kinder haben sich für eine Demokratie entschieden“, sagt Laura Konklowsky, eine der sieben Betreuerinnen der Jugendförderung unter der Leitung von Samira Max.

Und so wurde am Dienstag im großen, bunten Zelt in der Mitte des Sportplatzes die erste Versammlung der Woche einberufen. Die Bürgermeisterwahl stand an – und 22 Kinder sprachen Karlotta ihr Vertrauen aus. Seitdem ist die neue Bürgermeisterin unterwegs: In der Küche in der Turnhalle etwa, wo unter Leitung der Herleshäuser Landfrauen und vielen freiwilligen Helfern aus der Gemeinde jeden Tag frisch gekocht wird. „Für 60 Mann“, wie Marlen stolz anmerkt. 148 Klöße habe sie schon geformt, „und frischen Apfelbrei gekocht haben wir auch.“

Und auch die Schreiner-Gruppe hat alles im Griff: Unter der Leitung von Martin Knorr, Bernd Rahmer und Toralf Preiß bauen die Kinder kleine Hütten aus Holz, in denen später beispielsweise ein Kiosk einziehen wird. Bezahlt werden kann hier nur mit Happymoney, der stadteigenen Währung. Zweimal am Tag hat die Bank geöffnet, um das Geld auszugeben.

Die Kinderstadt, sagt John, sei einfach toll. „Hier merkt man, wie es ist, erwachsen zu sein.“

Kinderstadt "Happyhausen" in Herleshausen

• Von den Ergebnissen der Kinderstadt können sich Eltern und Gäste am kommenden Samstag, 6. August, auf dem Herleshäuser Sportplatz überzeugen. Dann werden die Ergebnisse präsentiert. Die Hütten sowie die von den Kindern hergestellten Waren können erworben werden.

Von Emily Spanel

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