Dem Himmel nah auf der Burg

Werratalverein lädt am 21. und 22. Juni zum Brandenburgfest nach Lauchröden

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Aus dem Dornröschenschlaf erweckt: Seit der Grenzöffnung vor 25 Jahren ist die Brandenburg bei Lauchröden wieder zu besichtigen und ein beliebtes touristisches Ziel. Am 21. und 22. Juni wird wieder das traditionelle Brandenburgfest gefeiert. Fotos: Konopka

Lauchröden. Frieden war und ist auch heute keine Selbstverständlichkeit. Mit dieser Tatsache konfrontiert auch das diesjährige Brandenburgfest unter der Überschrift „Entzweites Land“. Der Werratalverein-Zweigverein Brandenburg erinnert mit dem Brandenburgfest am 21. und 22. Juni an Ereignisse, die zeitlich weit auseinanderliegen, aber durch die zwangsweise Ziehung einer Grenze doch miteinander verbunden sind.

Vor über 50 Jahren wurde die Brandenburg auf Grund ihrer Lage an der innerdeutschen Grenze eingezäunt, um Personen davon abzuhalten den Besuch der Burg mit einem „Grenzdurchbruch“ zu verbinden. Mit dem Fall dieser Grenze vor 25 Jahren wurde sie aus ihrem staatlich verordneten „Dornröschenschlaf“ befreit und ist heute wieder ein bemerkenswertes touristisches Ziel. Und der Ausflug lohnt sich: Bei wunderbaren Lichtspielen, klarer Luft und schnell dahinziehenden Wolken geht der Blick von der Kemenate, dem ehemaligen Wohnturm der Brandenburg, aus nach Lauchröden und weit über die Werra hinüber nach Herleshausen. Ein Gefühl, dem Himmel so nah zu sein, wie die Engel in Wim Wenders Film „Der Himmel über Berlin.“ Stundenlang möchte man schauen.

Blick auf den Kuchenschieber

Mit ihren Schleifen bildet die Werra auch den sogenannten „Kuchenschieber“. In dem ehemaligen Grenzfluss leben Fischotter, Bieber, diverse Fischarten und Wasservögel. Sogar der Eisvogel soll wieder heimisch geworden sein. Frieda (5) aus Erfurt-Molsdorf findet beim Ausflug mit ihrem Vater im Burgmuseum ein „Burgfräulein“. Der Wind bläst kräftig und die Turmfalken ziehen scharf „ki-ki-ki“-rufend ihre schnellen Kurven um den sechseckigen Bergfried der Ostburg.

Die Touristen Gisela, Gerd, Birgit und Wolf zieht es dagegen in die Tiefe. Im Kellergewölbe des Wohnturms schauen sie sich die mittelalterliche Küche an. „In so einer Riesenpfanne mache ich heute noch mein Rührei“, grinst Gisela. Das lange Band der Autobahn von West nach Ost - und umgekehrt - liegt still über Herleshausen. Nicht der leiseste Ton Motorenlärm schafft es bis zur Brandenburg rüber. Rote Erde sticht aus sattem Grün heraus.

Bilder von der Brandenburg

Die Brandenburg bei Lauchröden

 Der neue große Rastplatz nimmt langsam Gestalt an. Die Grafen von Wartberg, Erbauer der Brandenburg und Burggrafen der Eisenacher Wartburg, werden erstmalig 1144 als Schutzherren des neugegründeten Kirchspiels Lauchröden urkundlich aufgeführt. Beim diesjährige Spektakel Brandenburgfest Lauchröden berichtet ein buntes Historienspiel aus der Endphase des sogenannten thüringisch-hessischen Erbfolgekrieges vor 750 Jahren. Neben Musik, Gaukelei, Feuerspiel, Handwerkern, Händlern und mittelalterlichem Feldlager mit Heerschau darf dabei natürlich nicht das Ritterturnier mit Lanzengestech nicht fehlen.

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