Die Küche von Hotel Hohenhaus verliert die renommierteste aller Auszeichnungen

Schock: Der Stern ist weg

Alles für den Stern: Hohenhaus-Küchenchef Ingo Bockler (rechts) will den Michelin-Stern zurück. Sein bisheriger Stellvertreter Malte Gunzert (links) hat Hohenhaus inzwischen verlassen. Archivfoto: Sagawe

Holzhausen. „Das hat mich geschockt“, sagt Valentin Resetarits, Geschäftsführer von Hotel Hohenhaus bei Holzhausen, zum Verlust des Michelinsterns. Nachdem die Küche des Restaurants 1995 erstmals und seither ununterbrochen mit der renommiertesten aller Köche-Bewertungen ausgezeichnet wurde, hat der Michelin den Stern für 2015 aberkannt.

„Das ist schon ein wunder Punkt“, so Küchenchef Ingo Bockler, „ich lebe für diese Arbeit.“ Von Resignation will Bockler dennoch nichts wissen. „Wenn der Stern flöten geht, kann man jammern oder alles dafür tun, ihn wieder zu bekommen.“ Und genau das ist jetzt das erklärte Ziel des Küchenchefs. „Es ist ja nicht so, dass ich das Kochen verlernt hätte“, gibt er sich optimistisch.

Die Ursachen für die Aberkennung des Sterns hängt mit einer Erkrankung Bocklers im Frühjahr zusammen. Zeitgleich hätten drei weitere Köche des Stammpersonals Hohenhaus verlassen, erklärt Resetarits. Er habe sich zwar schnell um Ersatz bemüht. Aber ausgerechnet in dieser Zeit des kreativen Vakuums in der Küche des Restaurants muss der Tester des Michelin Gast auf Hohenhaus gewesen sein.

Indiz dafür, dass das Problem nicht dauerhaft und grundsätzlich sei, ist für den Geschäftsführer das Urteil des zweiten maßgeblichen Fressführers. Der Gault Millau hat seine hohe diesjährige Bewertung mit 16 von 20 Punkten auch für 2015 beibehalten. Dennoch will Hohenhaus für das kommenden Jahr draufsatteln. „Es wird nichts dem Zufall überlassen“, sagt Resetarits und kündigt die Einstellung eines neuen Souschefs als rechte Hand Bocklers schon im nächsten Monat an. Die Kontinuität müsse gewahrt sein, ach wenn der Küchenchef mal nicht im Haus sei. „Der Eigentümer will den Stern“, macht er deutlich, dass das Ziel für die neue Saison nicht verhandelbar ist.

Konsequent die Qualität im Fokus, will der Geschäftsführer wieder zu dem Anspruch aufschließen, dass der Weg eher zum zweiten von maximal drei möglichen Sternen führt, als zum Verlust.

Im kommenden Jahr wird Hohenhaus auch in das Hotel und hier vor allem in die Zimmer investieren. Resetarits kündigt Investitionen in Höhe von 250 000 bis 300 000 Euro an, mit denen die 20 Zimmer im Haupthaus modernisiert werden sollen. Darüber hinaus sollen im benachbarten Gutshaus weitere Zimmer entstehen. Die Lobby bekomme ein Facelifting, der Wellnessbereich werde renoviert und aufgewertet. Hohenhaus soll für Übernachtungsgäste attraktiver werden.

Normalerweise verdiene ein Hotel wie Hohenhaus 60 Prozent mit Übernachtung und 40 Prozent mit der Küche. „Bei uns ist das umgekehrt“, sagt Resetarits und nennt als Ziel die Umkehr dieses Verhältnisses. Im Januar hat Hohenhaus geschlossen, dann wird modernisiert.

Von Harald Sagawe

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